Kategorie: Diskurs

  • Kunstmuseum Magdeburg – Besuch der Ausstellung HERAUSGEFORDERTE GEMEINSCHAFT

    Führung durch die Ausstellung

    Im Jahr 2025 feierte das KUNSTMUSEUM MAGDEBURG Kloster unser Lieben Frauen sein 50-jähriges Bestehen mit der Ausstellung HERAUSGEFORDERTE GEMEINSCHAFT.

     

    Prof. Annegret Laabs, Direktorin des Museums führte Mitglieder unserer Akademie durch die Ausstellung, in der ein komplexer Blick in die Sammlung des Museums möglich wird. Viele Arbeiten werden erstmals öffentlich gezeigt. Die Intention der Ausstellung und die Qualitäten der Arbeiten wurden im gemeinsamen Gespräch sehr anschaulich.

     

    Die Architektur des Museums mit seiner Konzeption und Entstehungsgeschichte wird uns bei dem Rundgang näher gebracht.

     

    © wieland krause

    {gallery}2026/Besuch_Kunstmuseum{/gallery}

     

  • Kunstmuseum Magdeburg – Besuch der Ausstellung HERAUSGEFORDERTE GEMEINSCHAFT

    Führung durch die Ausstellung

    Im Jahr 2025 feierte das KUNSTMUSEUM MAGDEBURG Kloster unser Lieben Frauen sein 50-jähriges Bestehen mit der Ausstellung HERAUSGEFORDERTE GEMEINSCHAFT.

     

    Prof. Annegret Laabs, Direktorin des Museums führte Mitglieder unserer Akademie durch die Ausstellung, in der ein komplexer Blick in die Sammlung des Museums möglich wird. Viele Arbeiten werden erstmals öffentlich gezeigt. Die Intention der Ausstellung und die Qualitäten der Arbeiten wurden im gemeinsamen Gespräch sehr anschaulich.

     

    Die Architektur des Museums mit seiner Konzeption und Entstehungsgeschichte wird uns bei dem Rundgang näher gebracht.

     

    © wieland krause

    {gallery}2026/Besuch_Kunstmuseum{/gallery}

     

  • Kunstmuseum Magdeburg – Besuch der Ausstellung HERAUSGEFORDERTE GEMEINSCHAFT

    Führung durch die Ausstellung

    Im Jahr 2025 feierte das KUNSTMUSEUM MAGDEBURG Kloster unser Lieben Frauen sein 50-jähriges Bestehen mit der Ausstellung HERAUSGEFORDERTE GEMEINSCHAFT.

     

    Prof. Annegret Laabs, Direktorin des Museums führte Mitglieder unserer Akademie durch die Ausstellung, in der ein komplexer Blick in die Sammlung des Museums möglich wird. Viele Arbeiten werden erstmals öffentlich gezeigt. Die Intention der Ausstellung und die Qualitäten der Arbeiten wurden im gemeinsamen Gespräch sehr anschaulich.

     

    Die Architektur des Museums mit seiner Konzeption und Entstehungsgeschichte wird uns bei dem Rundgang näher gebracht.

     

    © wieland krause

    {gallery}2026/Besuch_Kunstmuseum{/gallery}

     

  • Die wichtigste Silbe im Wort Malerei ist „Mal“ – Künstlergespräch mit Christoph Liedtke

    Die wichtigste Silbe im Wort Malerei ist „Mal“ – Künstlergespräch mit Christoph Liedtke

    Der Maler und Lyriker Christoph Liedtke zeigt in der Galerie Paul Scherzer derzeit in Halle neuste malerische und plastische Arbeiten. In einem Künstlergespräch spricht er über die aktuelle Ausstellung, seine Themen, Inspirationen und künstlerischen Prozesse. 

     

     

    „Gen Genungagap“ – so betitelst Du ein fünfteiliges größeres Werk in deiner neuen Ausstellung. Was verbirgt sich hinter diesem Begriff ?

    Das Wort kommt aus dem Altnordischen und heißt so viel wie Weltrand oder Weltklippe. Das englische Wort ‚gap‘ ist darin enthalten – die Kluft. Ich bin auf das Wort im neuen Lyrikband von Wilhelm Bartsch gestoßen, mit dem ich mich auseinandergesetzt habe. Der Band heißt „Hohe See und niemands Land“ – da geht es um ein Bilanzziehen, um Auseinandersetzung mit Katastrophen, die uns als Menschheit betreffen. Es geht um Existenzielles, um Abenteuer, um das lyrische Ich in der Welt. Es war ein größeres Projekt, woran ich ein ganzes Jahr gearbeitet habe.

    Dieses Werk ist, wenn man das so sagen kann, das einzige „abstrakte“ in der Ausstellung..

    Ja – bei allen anderen ausgestellten Bildern hatte ich den Ansatz, mich nicht zu verwehren gegen die Figur. Ich hatte Lust die Figur wieder zuzulassen, das betrifft auch die ausgestellten Skuplturen.

    Fällt es dir leichter in der Skulptur figürlich zu arbeiten als im Bild ?

    Am Anfang hatte ich einfach Figur gemacht aus meiner Vorstellung heraus über Figur. Dann hatte sich das aufgelöst, im Studium und innerhalb meiner Geschichte von Auseinandersetzung mit Kunst. Man hat also die Landschaft kennengelernt, hat Natur kennengelernt. Ich hatte eine Phase, wo ich nur Prozesse und Materialitäten spüren wollte. Und dann – aus dem Material heraus, mit dem man gearbeitet hat wieder zurück zur Figur zu kommen, ist etwas anderes, weil es die ganze Welt einschließt, die dann in der Figur enthalten ist. Das Gesicht ist dann nicht einfach das Gesicht, sondern auch alles was das Gesicht geprägt hat – und dadurch öffnet es sich wieder. Für mich ist es jetzt einfacher, wieder Menschenbilder zu machen.

    In einem zentralen Bild Deiner Ausstellung- ist ein apokalyptischer Reiter dargestellt. Ist das dann die Figurwerdung der Katastrophe ?

    Ja. Mich interessiert die Katastrophe in der Malerei als Bildapekt. Die Katastrophe ist etwas, was der Malerei inhärent ist. Hier kommt sie ganz konkret auch als Bildmotiv vor. Inhalt und Form fließen da für mich zusammen, Das Bild heißt „Triumph des Todes“ und bezieht sich auf ein mittelalterliches Fresco in Palermo, das auch schon von der amerikanischen Künstlerin Cecily Brown interpretiert wurde. Ich habe das Fresco noch einmal interpretiert – der Tod als zeitloses und immer aktuelles Thema.

    Man kann das Bild sofort dechiffrieren, erkennt biblische Motive, erkennt die Apokalypse als Thema, obwohl es auch unschuldig daherkommt, nicht düster, fast poppig.

    Ja, der Tod ist auch ein süßer Tod, der lächelt.und er sieht nicht so aus als ob man davor Angst haben müsste

    Trotzdem liegt auch ein Schrecken in dem Bild, die Menschenleiber am Boden…

    Ja, der altbekannte Schrecken, der wiederkommt.

    In deiner Ausstellung hast Du Plastiken integriert, eine davon ebenfalls mit deutlich religiösem Bezug – Erlebst Du die gleiche Spannung zwischen Figuration und Abstraktion auch, wenn Du plastisch arbeitest?

    Ja, das Formlose ist für mich das, woraus alle Formen geboren werden, Alle Formen kommen aus dem Formlosen – ein Geburtsnarrativ, und da sind wir bei der Mutter, der formlosen Madonna. Das Mütterliche als Myterium – wie aus dem Tod das Leben kommt. Nietzsche sagt auch: Das Leben ist eine Sonderform des Todes.

    Christoph Liedtke - Gen Ginnungagap - Polyptichon

    Noch mal zurück zum fünfteiligen Werk „gen genungagap“ Ist das ein geschlossenes Werk für Dich oder eine Serie? Man kann die einzelnen Bilder ja auch autonom betrachten, was funktioniert.

    Ja, es war ein Gedanke, dass die einzelnen Segmente für sich abgeschlossen und vollkommen sind, und es als ganzes aber auch funktioniert – vielleicht wie ein Sonett. Es hat etwas mit Rhythmus und innerer Ordnung zu tun.

    Du hast Deine Ausstellung betitelt mit „Das Mal“. Was verbindest Du mit dieser Wortsetzung?

    Die wichtigste Silbe im Wort Malerei ist „mal“. Jeder andere Künstler könnte seine Ausstellung auch so nennen. Das Mal als eine Spur, die immer auf meine Körperlichkeit hinweist, die Spur des Leides, der Körperlichkeit, die sich in den Bildern fortsetzt. Es operiert unterhalb vom Zeichen, es ist abstrakt er als das Zeichen, Man kann auch sagen alle Engramme, Gedächtnisspuren, alles was eingeschrieben ist auch Traumata, sind Male. Und das was Du tust in der Kunst, kommt aus der inneren Notwendigkeit heraus, Es gibt ein Muss in der Welt, was Dich zu dieser Wand führt. Deshalb ist Kunst immer auch ein Akt des Leidausgleichens.

     

    Das Gepräch führte jörg Wunderlich 

     

    Das Mal web klein

    Christoph Liedtke „Das Mal“

    Ausstellung
    14. November – 20.Dezember 2025

    Galerie Paul Scherzer

    Julius-Ebeling-Straße 1 A
    06112 Halle (Saale)
    Tel: 08072 0082022

     

     

     

  • Die wichtigste Silbe im Wort Malerei ist „Mal“ – Künstlergespräch mit Christoph Liedtke

    Die wichtigste Silbe im Wort Malerei ist „Mal“ – Künstlergespräch mit Christoph Liedtke

    Der Maler und Lyriker Christoph Liedtke zeigt in der Galerie Paul Scherzer derzeit in Halle neuste malerische und plastische Arbeiten. In einem Künstlergespräch spricht er über die aktuelle Ausstellung, seine Themen, Inspirationen und künstlerischen Prozesse. 

     

     

    „Gen Genungagap“ – so betitelst Du ein fünfteiliges größeres Werk in deiner neuen Ausstellung. Was verbirgt sich hinter diesem Begriff ?

    Das Wort kommt aus dem Altnordischen und heißt so viel wie Weltrand oder Weltklippe. Das englische Wort ‚gap‘ ist darin enthalten – die Kluft. Ich bin auf das Wort im neuen Lyrikband von Wilhelm Bartsch gestoßen, mit dem ich mich auseinandergesetzt habe. Der Band heißt „Hohe See und niemands Land“ – da geht es um ein Bilanzziehen, um Auseinandersetzung mit Katastrophen, die uns als Menschheit betreffen. Es geht um Existenzielles, um Abenteuer, um das lyrische Ich in der Welt. Es war ein größeres Projekt, woran ich ein ganzes Jahr gearbeitet habe.

    Dieses Werk ist, wenn man das so sagen kann, das einzige „abstrakte“ in der Ausstellung..

    Ja – bei allen anderen ausgestellten Bildern hatte ich den Ansatz, mich nicht zu verwehren gegen die Figur. Ich hatte Lust die Figur wieder zuzulassen, das betrifft auch die ausgestellten Skuplturen.

    Fällt es dir leichter in der Skulptur figürlich zu arbeiten als im Bild ?

    Am Anfang hatte ich einfach Figur gemacht aus meiner Vorstellung heraus über Figur. Dann hatte sich das aufgelöst, im Studium und innerhalb meiner Geschichte von Auseinandersetzung mit Kunst. Man hat also die Landschaft kennengelernt, hat Natur kennengelernt. Ich hatte eine Phase, wo ich nur Prozesse und Materialitäten spüren wollte. Und dann – aus dem Material heraus, mit dem man gearbeitet hat wieder zurück zur Figur zu kommen, ist etwas anderes, weil es die ganze Welt einschließt, die dann in der Figur enthalten ist. Das Gesicht ist dann nicht einfach das Gesicht, sondern auch alles was das Gesicht geprägt hat – und dadurch öffnet es sich wieder. Für mich ist es jetzt einfacher, wieder Menschenbilder zu machen.

    In einem zentralen Bild Deiner Ausstellung- ist ein apokalyptischer Reiter dargestellt. Ist das dann die Figurwerdung der Katastrophe ?

    Ja. Mich interessiert die Katastrophe in der Malerei als Bildapekt. Die Katastrophe ist etwas, was der Malerei inhärent ist. Hier kommt sie ganz konkret auch als Bildmotiv vor. Inhalt und Form fließen da für mich zusammen, Das Bild heißt „Triumph des Todes“ und bezieht sich auf ein mittelalterliches Fresco in Palermo, das auch schon von der amerikanischen Künstlerin Cecily Brown interpretiert wurde. Ich habe das Fresco noch einmal interpretiert – der Tod als zeitloses und immer aktuelles Thema.

    Man kann das Bild sofort dechiffrieren, erkennt biblische Motive, erkennt die Apokalypse als Thema, obwohl es auch unschuldig daherkommt, nicht düster, fast poppig.

    Ja, der Tod ist auch ein süßer Tod, der lächelt.und er sieht nicht so aus als ob man davor Angst haben müsste

    Trotzdem liegt auch ein Schrecken in dem Bild, die Menschenleiber am Boden…

    Ja, der altbekannte Schrecken, der wiederkommt.

    In deiner Ausstellung hast Du Plastiken integriert, eine davon ebenfalls mit deutlich religiösem Bezug – Erlebst Du die gleiche Spannung zwischen Figuration und Abstraktion auch, wenn Du plastisch arbeitest?

    Ja, das Formlose ist für mich das, woraus alle Formen geboren werden, Alle Formen kommen aus dem Formlosen – ein Geburtsnarrativ, und da sind wir bei der Mutter, der formlosen Madonna. Das Mütterliche als Myterium – wie aus dem Tod das Leben kommt. Nietzsche sagt auch: Das Leben ist eine Sonderform des Todes.

    Christoph Liedtke - Gen Ginnungagap - Polyptichon

    Noch mal zurück zum fünfteiligen Werk „gen genungagap“ Ist das ein geschlossenes Werk für Dich oder eine Serie? Man kann die einzelnen Bilder ja auch autonom betrachten, was funktioniert.

    Ja, es war ein Gedanke, dass die einzelnen Segmente für sich abgeschlossen und vollkommen sind, und es als ganzes aber auch funktioniert – vielleicht wie ein Sonett. Es hat etwas mit Rhythmus und innerer Ordnung zu tun.

    Du hast Deine Ausstellung betitelt mit „Das Mal“. Was verbindest Du mit dieser Wortsetzung?

    Die wichtigste Silbe im Wort Malerei ist „mal“. Jeder andere Künstler könnte seine Ausstellung auch so nennen. Das Mal als eine Spur, die immer auf meine Körperlichkeit hinweist, die Spur des Leides, der Körperlichkeit, die sich in den Bildern fortsetzt. Es operiert unterhalb vom Zeichen, es ist abstrakt er als das Zeichen, Man kann auch sagen alle Engramme, Gedächtnisspuren, alles was eingeschrieben ist auch Traumata, sind Male. Und das was Du tust in der Kunst, kommt aus der inneren Notwendigkeit heraus, Es gibt ein Muss in der Welt, was Dich zu dieser Wand führt. Deshalb ist Kunst immer auch ein Akt des Leidausgleichens.

     

    Das Gepräch führte jörg Wunderlich 

     

    Das Mal web klein

    Christoph Liedtke „Das Mal“

    Ausstellung
    14. November – 20.Dezember 2025

    Galerie Paul Scherzer

    Julius-Ebeling-Straße 1 A
    06112 Halle (Saale)
    Tel: 08072 0082022

     

     

     

  • Die wichtigste Silbe im Wort Malerei ist „Mal“ – Künstlergespräch mit Christoph Liedtke

    Die wichtigste Silbe im Wort Malerei ist „Mal“ – Künstlergespräch mit Christoph Liedtke

    Der Maler und Lyriker Christoph Liedtke zeigt in der Galerie Paul Scherzer derzeit in Halle neuste malerische und plastische Arbeiten. In einem Künstlergespräch spricht er über die aktuelle Ausstellung, seine Themen, Inspirationen und künstlerischen Prozesse. 

     

     

    „Gen Genungagap“ – so betitelst Du ein fünfteiliges größeres Werk in deiner neuen Ausstellung. Was verbirgt sich hinter diesem Begriff ?

    Das Wort kommt aus dem Altnordischen und heißt so viel wie Weltrand oder Weltklippe. Das englische Wort ‚gap‘ ist darin enthalten – die Kluft. Ich bin auf das Wort im neuen Lyrikband von Wilhelm Bartsch gestoßen, mit dem ich mich auseinandergesetzt habe. Der Band heißt „Hohe See und niemands Land“ – da geht es um ein Bilanzziehen, um Auseinandersetzung mit Katastrophen, die uns als Menschheit betreffen. Es geht um Existenzielles, um Abenteuer, um das lyrische Ich in der Welt. Es war ein größeres Projekt, woran ich ein ganzes Jahr gearbeitet habe.

    Dieses Werk ist, wenn man das so sagen kann, das einzige „abstrakte“ in der Ausstellung..

    Ja – bei allen anderen ausgestellten Bildern hatte ich den Ansatz, mich nicht zu verwehren gegen die Figur. Ich hatte Lust die Figur wieder zuzulassen, das betrifft auch die ausgestellten Skuplturen.

    Fällt es dir leichter in der Skulptur figürlich zu arbeiten als im Bild ?

    Am Anfang hatte ich einfach Figur gemacht aus meiner Vorstellung heraus über Figur. Dann hatte sich das aufgelöst, im Studium und innerhalb meiner Geschichte von Auseinandersetzung mit Kunst. Man hat also die Landschaft kennengelernt, hat Natur kennengelernt. Ich hatte eine Phase, wo ich nur Prozesse und Materialitäten spüren wollte. Und dann – aus dem Material heraus, mit dem man gearbeitet hat wieder zurück zur Figur zu kommen, ist etwas anderes, weil es die ganze Welt einschließt, die dann in der Figur enthalten ist. Das Gesicht ist dann nicht einfach das Gesicht, sondern auch alles was das Gesicht geprägt hat – und dadurch öffnet es sich wieder. Für mich ist es jetzt einfacher, wieder Menschenbilder zu machen.

    In einem zentralen Bild Deiner Ausstellung- ist ein apokalyptischer Reiter dargestellt. Ist das dann die Figurwerdung der Katastrophe ?

    Ja. Mich interessiert die Katastrophe in der Malerei als Bildapekt. Die Katastrophe ist etwas, was der Malerei inhärent ist. Hier kommt sie ganz konkret auch als Bildmotiv vor. Inhalt und Form fließen da für mich zusammen, Das Bild heißt „Triumph des Todes“ und bezieht sich auf ein mittelalterliches Fresco in Palermo, das auch schon von der amerikanischen Künstlerin Cecily Brown interpretiert wurde. Ich habe das Fresco noch einmal interpretiert – der Tod als zeitloses und immer aktuelles Thema.

    Man kann das Bild sofort dechiffrieren, erkennt biblische Motive, erkennt die Apokalypse als Thema, obwohl es auch unschuldig daherkommt, nicht düster, fast poppig.

    Ja, der Tod ist auch ein süßer Tod, der lächelt.und er sieht nicht so aus als ob man davor Angst haben müsste

    Trotzdem liegt auch ein Schrecken in dem Bild, die Menschenleiber am Boden…

    Ja, der altbekannte Schrecken, der wiederkommt.

    In deiner Ausstellung hast Du Plastiken integriert, eine davon ebenfalls mit deutlich religiösem Bezug – Erlebst Du die gleiche Spannung zwischen Figuration und Abstraktion auch, wenn Du plastisch arbeitest?

    Ja, das Formlose ist für mich das, woraus alle Formen geboren werden, Alle Formen kommen aus dem Formlosen – ein Geburtsnarrativ, und da sind wir bei der Mutter, der formlosen Madonna. Das Mütterliche als Myterium – wie aus dem Tod das Leben kommt. Nietzsche sagt auch: Das Leben ist eine Sonderform des Todes.

    Christoph Liedtke - Gen Ginnungagap - Polyptichon

    Noch mal zurück zum fünfteiligen Werk „gen genungagap“ Ist das ein geschlossenes Werk für Dich oder eine Serie? Man kann die einzelnen Bilder ja auch autonom betrachten, was funktioniert.

    Ja, es war ein Gedanke, dass die einzelnen Segmente für sich abgeschlossen und vollkommen sind, und es als ganzes aber auch funktioniert – vielleicht wie ein Sonett. Es hat etwas mit Rhythmus und innerer Ordnung zu tun.

    Du hast Deine Ausstellung betitelt mit „Das Mal“. Was verbindest Du mit dieser Wortsetzung?

    Die wichtigste Silbe im Wort Malerei ist „mal“. Jeder andere Künstler könnte seine Ausstellung auch so nennen. Das Mal als eine Spur, die immer auf meine Körperlichkeit hinweist, die Spur des Leides, der Körperlichkeit, die sich in den Bildern fortsetzt. Es operiert unterhalb vom Zeichen, es ist abstrakt er als das Zeichen, Man kann auch sagen alle Engramme, Gedächtnisspuren, alles was eingeschrieben ist auch Traumata, sind Male. Und das was Du tust in der Kunst, kommt aus der inneren Notwendigkeit heraus, Es gibt ein Muss in der Welt, was Dich zu dieser Wand führt. Deshalb ist Kunst immer auch ein Akt des Leidausgleichens.

     

    Das Gepräch führte jörg Wunderlich 

     

    Das Mal web klein

    Christoph Liedtke „Das Mal“

    Ausstellung
    14. November – 20.Dezember 2025

    Galerie Paul Scherzer

    Julius-Ebeling-Straße 1 A
    06112 Halle (Saale)
    Tel: 08072 0082022

     

     

     

  • „A.D.M.D.M.G.A.G.S.H.D.K.S.K.R.M.D.P.A.S.A.W.“ – Gastspiel der Stiftung Kunstfonds in Halle

    „A.D.M.D.M.G.A.G.S.H.D.K.S.K.R.M.D.P.A.S.A.W.“ – Gastspiel der Stiftung Kunstfonds in Halle

    Von Anfang April bis Mitte Mai war in Halle eine Ausstellung mit vornehmlich junger zeitgenössischer Kunst im bundesweiten Fokus zu sehen. Erstmals in Sachsen-Anhalt stellte die in Bonn ansässige Stiftung Kunstfonds Arbeiten aktueller Stipendiaten aus. Die in den Räumlichkeiten der Kunststiftung Sachsen-Anhalt realisierte Ausstellung entsprach in ihrer thematischen Breite und der Vielgestaltigkeit der eingesetzen Medien einer Übersichtsschau.

    Ein kuratorisches Team mit der Halleschen Künstlerin Christine Bergmann als Jurymitglied wählte dafür elf Positionen aus einem Pool mit mehr als 80 zuletzt mit einem Arbeitsstipendium geförderten Künstlerinnen und Künstler aus.

    Wer die Ausstellung erkunden wollte, betrat als erstes eine Installation von Anna Schimkat. Mit einer Reihe fiktiver Baustützen definierte die Künstlerin das Areal einer räumlichen Intervention. An den vertikalen Elementen angebrachte Druckschalter ermöglichten haptische Interaktion. Betätigte man die Schalter, ertönten getaktete akustische Signale, wie sie an Verkehrsampeln verwendet werden. Diese verdichteten sich je nach Anzahl der Aktivierungen zu einer anschwellenden und schließlich verstörenden Soundsequenz. Zu dieser überzeugenden Arbeit im visuellen Dialog standen einerseits die großformatigen, analog aufgenommenen fotografischen Abstraktionen von Andrea Gruetzner sowie auf der anderen Raumseite die Elemente einer Mixed Media Plastik aus Beton und Stahl von Marta Dyachenko.

    Auf diese urbanen Themensetzungen folgte eine weitere installative Arbeit – bestehend aus einer stufenweisen Anordnung verfremdeter Stuhlobjekte. Spielerisch bis ins Absurde getrieben dekonstruierte der in Bildhauer David Polzin hier anhand eines ikonischen Wohnasseccoires die modernen Erzählungen deutsch-deutscher Designgeschichte.

    Installation von David Polzin

    Der Bildhauer André Wischnewski war zum einen mit einer raumgreifenden Skulptur aus Metalldraht vertreten, zum anderen mit einer mehrteiligen Wandarbeit aus sich überlagernden Papierschnittresten fiktiver Comiczeitschriften. In beiden Arbeiten richtete sich der ästhetische Fokus auf eine Leere des Zwischenraums – entweder als dynamische Aktivierung oder wie im Fall der Papierarbeiten als statisch-konstruktiver Restbestand nach gewaltsamer Entfernung von „Inhalten“.

    Die Malerei von Ry Mordechay zeichnet sich durch ein beiläufig wirkendes Vokabular aus, das aus symbolhaften und flächigen Elementen sowie zeichnerischen Andeutungen besteht. In ihrer bildschirmhaften Objekthaftigkeit verwiesen die beiden in Halle gezeigten Arbeiten zudem auf zeitgenössische elektronische Medien.

    Mordechay

     

    Einen unbestreitbaren Mittel- und Höhepunkt der Ausstellung bildete schließlich die dreiflügelige Filminstallation „EXIT ATHENA“ von Selma Laura Köran. In dieser gemeinsam mit dem Museum Folkwang realisierten Produktion bezieht sich die Künstlerin auf „Hesiods“ Theogonie aus dem Jahr 700 v.Chr. Als Ausgangspunkt und Kontext ihrer opulent inszenierten Collage aus Real- und Animationsszenen setzte Köran ein fiktives letztes Kapitel des antiken Textes. In diesem gerät die Hierarchie der angestammten Götterwelt durch eine rebellische Athene in Bewegung. Neben aufwendig kostümierten Statisten, die auf den Tribünen eines Amphitheaters platziert sind, setzte die Künstlerin Stop-Motion-Szenen unter Verwendung von Knetmassen und Keramik ein. In der medialen Zusammenführung entstand ein ein persiflierender und surreal übersteigerter audiovisueller Parkour.

     

    Install

    Ein mal jährlich vergibt die aus der Künstlerschaft und dem Kunstbetrieb heraus getragene Stiftung Kunstfonds ein Konvolut von gut dotierten Arbeitsstipendien – ohne Altersgrenzen. Die Vergaberegeln sind transparent und demokratisch, die Jurys wechseln in dreijährigem Turnus. Eine weitere Aktivität der Stiftung ist das von Künstlern ins Leben Künstler*innenarchiv in Brauweiler – eine Plattform für die Organisation und Aufbewahrung physischer künstlerischer Nachlässe und Vorlässe.

    Im Jahr 2024 protestierte der Stiftungsrat öffentlichkeitswirksam gegen die von der damaligen Kulturstaatsministerin Clauda Roth noch vorgenommen Budgetkürzung zugunsten der Filmförderung. Auch wenn nach den Protesten das Volumen der Streichung verringert wurde,
    steht theoretisch nun ein Viertel weniger an Budget zur Verfügung. Von Planungssicherheit kann trotzdem keine Rede sein, denn nach dem vorzeitigen Ende der Ampel-Regierung herrscht  immer noch Unklarheit über künftige Förderungen. Auch die Mittel für das laufende Jahr wurden nur vorbehaltlich bewilligt. Sowohl für den Kunstfonds als auch die zu Fördernden ist das eine Herausforderung. Im schlimmsten Fall war die Hallenser Ausstellung also die letzte Präsentation einer vorbildlichen und wünschenswert autonom agierenden Förderderinstitution für Künstler.

    Immerhin sieht der neue Koalitionsvertrag von Union und SPD eine „Stabilisierung“ aller Bundeskulturfonds, damit auch des Kunstfonds, vor. Man darf gespannt sein, ob diese Ankündigung eingehalten wird.

     

    Jörg Wunderlich

  • „A.D.M.D.M.G.A.G.S.H.D.K.S.K.R.M.D.P.A.S.A.W.“ – Gastspiel der Stiftung Kunstfonds in Halle

    „A.D.M.D.M.G.A.G.S.H.D.K.S.K.R.M.D.P.A.S.A.W.“ – Gastspiel der Stiftung Kunstfonds in Halle

    Von Anfang April bis Mitte Mai war in Halle eine Ausstellung mit vornehmlich junger zeitgenössischer Kunst im bundesweiten Fokus zu sehen. Erstmals in Sachsen-Anhalt stellte die in Bonn ansässige Stiftung Kunstfonds Arbeiten aktueller Stipendiaten aus. Die in den Räumlichkeiten der Kunststiftung Sachsen-Anhalt realisierte Ausstellung entsprach in ihrer thematischen Breite und der Vielgestaltigkeit der eingesetzen Medien einer Übersichtsschau.

    Ein kuratorisches Team mit der Halleschen Künstlerin Christine Bergmann als Jurymitglied wählte dafür elf Positionen aus einem Pool mit mehr als 80 zuletzt mit einem Arbeitsstipendium geförderten Künstlerinnen und Künstler aus.

    Wer die Ausstellung erkunden wollte, betrat als erstes eine Installation von Anna Schimkat. Mit einer Reihe fiktiver Baustützen definierte die Künstlerin das Areal einer räumlichen Intervention. An den vertikalen Elementen angebrachte Druckschalter ermöglichten haptische Interaktion. Betätigte man die Schalter, ertönten getaktete akustische Signale, wie sie an Verkehrsampeln verwendet werden. Diese verdichteten sich je nach Anzahl der Aktivierungen zu einer anschwellenden und schließlich verstörenden Soundsequenz. Zu dieser überzeugenden Arbeit im visuellen Dialog standen einerseits die großformatigen, analog aufgenommenen fotografischen Abstraktionen von Andrea Gruetzner sowie auf der anderen Raumseite die Elemente einer Mixed Media Plastik aus Beton und Stahl von Marta Dyachenko.

    Auf diese urbanen Themensetzungen folgte eine weitere installative Arbeit – bestehend aus einer stufenweisen Anordnung verfremdeter Stuhlobjekte. Spielerisch bis ins Absurde getrieben dekonstruierte der in Bildhauer David Polzin hier anhand eines ikonischen Wohnasseccoires die modernen Erzählungen deutsch-deutscher Designgeschichte.

    Installation von David Polzin

    Der Bildhauer André Wischnewski war zum einen mit einer raumgreifenden Skulptur aus Metalldraht vertreten, zum anderen mit einer mehrteiligen Wandarbeit aus sich überlagernden Papierschnittresten fiktiver Comiczeitschriften. In beiden Arbeiten richtete sich der ästhetische Fokus auf eine Leere des Zwischenraums – entweder als dynamische Aktivierung oder wie im Fall der Papierarbeiten als statisch-konstruktiver Restbestand nach gewaltsamer Entfernung von „Inhalten“.

    Die Malerei von Ry Mordechay zeichnet sich durch ein beiläufig wirkendes Vokabular aus, das aus symbolhaften und flächigen Elementen sowie zeichnerischen Andeutungen besteht. In ihrer bildschirmhaften Objekthaftigkeit verwiesen die beiden in Halle gezeigten Arbeiten zudem auf zeitgenössische elektronische Medien.

    Mordechay

     

    Einen unbestreitbaren Mittel- und Höhepunkt der Ausstellung bildete schließlich die dreiflügelige Filminstallation „EXIT ATHENA“ von Selma Laura Köran. In dieser gemeinsam mit dem Museum Folkwang realisierten Produktion bezieht sich die Künstlerin auf „Hesiods“ Theogonie aus dem Jahr 700 v.Chr. Als Ausgangspunkt und Kontext ihrer opulent inszenierten Collage aus Real- und Animationsszenen setzte Köran ein fiktives letztes Kapitel des antiken Textes. In diesem gerät die Hierarchie der angestammten Götterwelt durch eine rebellische Athene in Bewegung. Neben aufwendig kostümierten Statisten, die auf den Tribünen eines Amphitheaters platziert sind, setzte die Künstlerin Stop-Motion-Szenen unter Verwendung von Knetmassen und Keramik ein. In der medialen Zusammenführung entstand ein ein persiflierender und surreal übersteigerter audiovisueller Parkour.

     

    Install

    Ein mal jährlich vergibt die aus der Künstlerschaft und dem Kunstbetrieb heraus getragene Stiftung Kunstfonds ein Konvolut von gut dotierten Arbeitsstipendien – ohne Altersgrenzen. Die Vergaberegeln sind transparent und demokratisch, die Jurys wechseln in dreijährigem Turnus. Eine weitere Aktivität der Stiftung ist das von Künstlern ins Leben Künstler*innenarchiv in Brauweiler – eine Plattform für die Organisation und Aufbewahrung physischer künstlerischer Nachlässe und Vorlässe.

    Im Jahr 2024 protestierte der Stiftungsrat öffentlichkeitswirksam gegen die von der damaligen Kulturstaatsministerin Clauda Roth noch vorgenommen Budgetkürzung zugunsten der Filmförderung. Auch wenn nach den Protesten das Volumen der Streichung verringert wurde,
    steht theoretisch nun ein Viertel weniger an Budget zur Verfügung. Von Planungssicherheit kann trotzdem keine Rede sein, denn nach dem vorzeitigen Ende der Ampel-Regierung herrscht  immer noch Unklarheit über künftige Förderungen. Auch die Mittel für das laufende Jahr wurden nur vorbehaltlich bewilligt. Sowohl für den Kunstfonds als auch die zu Fördernden ist das eine Herausforderung. Im schlimmsten Fall war die Hallenser Ausstellung also die letzte Präsentation einer vorbildlichen und wünschenswert autonom agierenden Förderderinstitution für Künstler.

    Immerhin sieht der neue Koalitionsvertrag von Union und SPD eine „Stabilisierung“ aller Bundeskulturfonds, damit auch des Kunstfonds, vor. Man darf gespannt sein, ob diese Ankündigung eingehalten wird.

     

    Jörg Wunderlich

  • „A.D.M.D.M.G.A.G.S.H.D.K.S.K.R.M.D.P.A.S.A.W.“ – Gastspiel der Stiftung Kunstfonds in Halle

    „A.D.M.D.M.G.A.G.S.H.D.K.S.K.R.M.D.P.A.S.A.W.“ – Gastspiel der Stiftung Kunstfonds in Halle

    Von Anfang April bis Mitte Mai war in Halle eine Ausstellung mit vornehmlich junger zeitgenössischer Kunst im bundesweiten Fokus zu sehen. Erstmals in Sachsen-Anhalt stellte die in Bonn ansässige Stiftung Kunstfonds Arbeiten aktueller Stipendiaten aus. Die in den Räumlichkeiten der Kunststiftung Sachsen-Anhalt realisierte Ausstellung entsprach in ihrer thematischen Breite und der Vielgestaltigkeit der eingesetzen Medien einer Übersichtsschau.

    Ein kuratorisches Team mit der Halleschen Künstlerin Christine Bergmann als Jurymitglied wählte dafür elf Positionen aus einem Pool mit mehr als 80 zuletzt mit einem Arbeitsstipendium geförderten Künstlerinnen und Künstler aus.

    Wer die Ausstellung erkunden wollte, betrat als erstes eine Installation von Anna Schimkat. Mit einer Reihe fiktiver Baustützen definierte die Künstlerin das Areal einer räumlichen Intervention. An den vertikalen Elementen angebrachte Druckschalter ermöglichten haptische Interaktion. Betätigte man die Schalter, ertönten getaktete akustische Signale, wie sie an Verkehrsampeln verwendet werden. Diese verdichteten sich je nach Anzahl der Aktivierungen zu einer anschwellenden und schließlich verstörenden Soundsequenz. Zu dieser überzeugenden Arbeit im visuellen Dialog standen einerseits die großformatigen, analog aufgenommenen fotografischen Abstraktionen von Andrea Gruetzner sowie auf der anderen Raumseite die Elemente einer Mixed Media Plastik aus Beton und Stahl von Marta Dyachenko.

    Auf diese urbanen Themensetzungen folgte eine weitere installative Arbeit – bestehend aus einer stufenweisen Anordnung verfremdeter Stuhlobjekte. Spielerisch bis ins Absurde getrieben dekonstruierte der in Bildhauer David Polzin hier anhand eines ikonischen Wohnasseccoires die modernen Erzählungen deutsch-deutscher Designgeschichte.

    Installation von David Polzin

    Der Bildhauer André Wischnewski war zum einen mit einer raumgreifenden Skulptur aus Metalldraht vertreten, zum anderen mit einer mehrteiligen Wandarbeit aus sich überlagernden Papierschnittresten fiktiver Comiczeitschriften. In beiden Arbeiten richtete sich der ästhetische Fokus auf eine Leere des Zwischenraums – entweder als dynamische Aktivierung oder wie im Fall der Papierarbeiten als statisch-konstruktiver Restbestand nach gewaltsamer Entfernung von „Inhalten“.

    Die Malerei von Ry Mordechay zeichnet sich durch ein beiläufig wirkendes Vokabular aus, das aus symbolhaften und flächigen Elementen sowie zeichnerischen Andeutungen besteht. In ihrer bildschirmhaften Objekthaftigkeit verwiesen die beiden in Halle gezeigten Arbeiten zudem auf zeitgenössische elektronische Medien.

    Mordechay

     

    Einen unbestreitbaren Mittel- und Höhepunkt der Ausstellung bildete schließlich die dreiflügelige Filminstallation „EXIT ATHENA“ von Selma Laura Köran. In dieser gemeinsam mit dem Museum Folkwang realisierten Produktion bezieht sich die Künstlerin auf „Hesiods“ Theogonie aus dem Jahr 700 v.Chr. Als Ausgangspunkt und Kontext ihrer opulent inszenierten Collage aus Real- und Animationsszenen setzte Köran ein fiktives letztes Kapitel des antiken Textes. In diesem gerät die Hierarchie der angestammten Götterwelt durch eine rebellische Athene in Bewegung. Neben aufwendig kostümierten Statisten, die auf den Tribünen eines Amphitheaters platziert sind, setzte die Künstlerin Stop-Motion-Szenen unter Verwendung von Knetmassen und Keramik ein. In der medialen Zusammenführung entstand ein ein persiflierender und surreal übersteigerter audiovisueller Parkour.

     

    Install

    Ein mal jährlich vergibt die aus der Künstlerschaft und dem Kunstbetrieb heraus getragene Stiftung Kunstfonds ein Konvolut von gut dotierten Arbeitsstipendien – ohne Altersgrenzen. Die Vergaberegeln sind transparent und demokratisch, die Jurys wechseln in dreijährigem Turnus. Eine weitere Aktivität der Stiftung ist das von Künstlern ins Leben Künstler*innenarchiv in Brauweiler – eine Plattform für die Organisation und Aufbewahrung physischer künstlerischer Nachlässe und Vorlässe.

    Im Jahr 2024 protestierte der Stiftungsrat öffentlichkeitswirksam gegen die von der damaligen Kulturstaatsministerin Clauda Roth noch vorgenommen Budgetkürzung zugunsten der Filmförderung. Auch wenn nach den Protesten das Volumen der Streichung verringert wurde,
    steht theoretisch nun ein Viertel weniger an Budget zur Verfügung. Von Planungssicherheit kann trotzdem keine Rede sein, denn nach dem vorzeitigen Ende der Ampel-Regierung herrscht  immer noch Unklarheit über künftige Förderungen. Auch die Mittel für das laufende Jahr wurden nur vorbehaltlich bewilligt. Sowohl für den Kunstfonds als auch die zu Fördernden ist das eine Herausforderung. Im schlimmsten Fall war die Hallenser Ausstellung also die letzte Präsentation einer vorbildlichen und wünschenswert autonom agierenden Förderderinstitution für Künstler.

    Immerhin sieht der neue Koalitionsvertrag von Union und SPD eine „Stabilisierung“ aller Bundeskulturfonds, damit auch des Kunstfonds, vor. Man darf gespannt sein, ob diese Ankündigung eingehalten wird.

     

    Jörg Wunderlich

  • 10 Jahre Akademie der Künste Sachsen-Anhalt

    Heute vor 10 Jahren, am 10. Januar 2015, wurde die Akademie der Künste Sachsen-Anhalt gegründet. Sie ging aus der „Initiative Gegenwart“ hervor und verschrieb sich der Förderung der zeitgenössischen Künste als gesellschaftliche Kraft in Sachsen-Anhalt, der Stärkung des Gedankens der Freiheit der Kunst und der Initiierung eines innergesellschaftlichen Dialogs zu Gegenwarts- und Zukunftsfragen.

    Aus dem Gesprächsraum Akademie heraus wurden in den vergangenen 10 Jahren Dutzende Projektideen entwickelt, Kooperationen und Veranstaltungen durchgeführt und der Gesellschaft in Form von Ausstellungen, Symposien, Soiréen, Almanachen und Zeitschriften präsentiert bzw. zur Verfügung gestellt. Wir danken allen, die bei den verschiedensten Anlässen mitwirkten, sich mit ihrem Geist, ihrem Engagement und ihrem Enthusiasmus am Geschehen beteiligten und die Akademie mit künstlerischem Leben erfüllten.

    Am 15. März ab 14 Uhr werden wir dieses Jubiläum mit Umtrunk, Austausch und Aktionen
    im Atelier von Wieland Krause feiern.

    Herzlich
    Nancy Jahns, Silvio Beck, Carl Vetter und Maria Meinel
    Vorstand der Akademie