Kategorie: Diskurs

  • MailArt / BriefKunst: »PräParationen«

    »PräParationen«
    16.5.2021

    Eine Ausstellung des Kunstvereins Röderhof in Zusammenarbeit mit der Akademie der Künste Sachsen-Anhalt unter Leitung von Andreas Peschka, geop-Kollabor.

    Auf Einladung des Kunstvereins, sich an einem Mail-Art-Projekt zu beteiligen, wurden die Mitglieder der Akademie der Künste Sachsen-Anhalt mit der Übersendung eines Briefs mit je einem Japanpapierstreifen (32 Faltungen) von 250 X 100cm gebeten, denselben künstlerisch bearbeitet an den Kunstverein zurückzusenden. Die freie Wahl der künstlerischen Mittel sollte die vielfältigen künstlerischen Sparten und Ausprägungen innerhalb der Akademie und auch das Akademieprojekt als solches sichtbar werden lassen.

    geop-Kollabor:
    Gesamtgestaltung:
    Handzeichnung und Montagen
    ~ Andreas Peschka
    ~ Irmgard Gottschlich
    ~ Jessica Kulp
     
    durch Überlassung einzelner geopPattern:
    ~ Aron Dittmer (Diersbüttel)
    ~ Ingo Dittmer (Diersbüttel)
    ~ Sandra Hilleckes (Lüneburg)
    ~ Blazenka Kostolna (Zürich)
    ~ Birgit Matter (Herrliberg)
    ~ Frank Staudinger (Dresden)
    ~ Christian Strickler (Kaiserstuhl)
    ~ Jens Warnecke (Lüneburg)

    Folgende Künstler:innen der Akademie sind in der Ausstellung vertreten:

    Nadine Adam, Hagen Bäcker, Anne Baumann, Thomas Blase, Ellen BrixFrieder Heinze, Clara HofmannNancy Jahns, Lado Khartishvili, Michael Klante, Wieland Krause, Ute Lohse, Jana Mertens, Andreas Peschka, Lasse-Marc Riek, Emanuel SchulzeJohannes Stahl, Ulrich Tarlatt, Carl Vetter, Olaf Wegewitz, Conny WolterJörg Wunderlich

    {gallery}2021/Mai-Art{/gallery} 

    Kunstverein Röderhof
    38838| Röderhof | Gut 50 |

  • Symposium: RESONANZEN _Landschaft/Natur und Kunst im Kontext

    Symposium: RESONANZEN _Landschaft/Natur und Kunst im Kontext

    „Ich hatte immer gedacht, ein Gärtner oder Landwirt würde die Natur besser kennen als ich. Weit gefehlt. Von der Natur sieht am meisten der Künstler.“ Béla Hamvas (1897-1968)

    Im zweiten Anlauf, nach der pandemiebedingten Absage im letzten Jahr, fand vom 07. bis 09. Mai 2021 das Symposium RESONANZEN _Landschaft/Natur und Kunst im Kontext als interne Fachtagung auf Schloß Kannawurf statt – unter strenger Einhaltung der geltenden Hygienebestimmungen. 15 Referent:innen hielten Vorträge und führten Gespräche zu Themen, welche die Vielgestaltigkeit künstlerischer Bearbeitungen des Themas Landschaft als inhaltliches Themenfeld (nicht als Sujet) beleuchteten. Gleichzeitig wurden von 8 Künstler:innen in den Tagungsräumen aktuelle künstlerische Arbeiten zum Thema Landschaft präsentiert.

    Die Fachtagung zeigte ein breites, wertvolles Verständnis von Landschaft, ihrer Schönheit, ihren Bedürfnissen und Ökologien auf. An zwei Tagen spann sich ein Netz aus Möglichkeiten, um innerhalb globaler wie lokaler Strukturen in der Landwirtschaft und Flächengestaltung aktivierend und zukunftsfähig zu agieren. Es gibt Alternativen, um der Landschaft und Natur als emanzipiertem Partner zu begegnen, ihre Schönheit in der Komplexität wertzuschätzen, das Hybride zu feiern, die Vielfalt zu fordern – sich produktiv in den Kreislauf einzubringen.

    Die Tagung sowie die Ausstellung sind eine Kooperation zwischen dem Künstlerhaus Thüringen e.V. und der Akademie der Künste Sachsen-Anhalt e.V. Die Referate und Ergebnisse des Symposiums und die künstlerischen Beiträge werden in Buchform publiziert. Die Ausstellung ist bis Ende September auf Schloß Kannawurf zu besichtigen. Die beteiligten Künstler:innen sind: Johanna Bartl, Nancy Jahns, Anne Baumann, Lado Khartishvili, Wieland Krause, Dietrich Oltmanns, Carl Vetter, Thomas Blase.

    {gallery}2021/Resonanzen{/gallery} 

    Das Symposium RESONANZEN _Landschaft/Natur und Kunst im Kontext ist ein gemeinsames Projekt von Künstlerhaus und Akademie. Beide Initiativen verbindet der Wille dem Landschaftswandel nicht nur zuzusehen, sondern ihn aktiv mit zu gestalten. Es ist als Input in den regionalen Diskurs gemeint. Zugleich soll damit eine inhaltliche Grundlage geschaffen werden für ein sich anschließendes Projekt KUNST UND LANDSCHAFT, bei dem 8 internationale Künstler:innen vor Ort in Kannawurf eine Arbeit entwickeln, die sich mit der konkreten Situation dieser Landschaft auseinandersetzt. ­­­­

    TAGUNGSPROGRAMM:

    moderiert durch Norbert Eisold (Kunsthistoriker, Berlin)

    Miriam Wiesel, Axel Schmidt, (Berlin), Künstler:in, Initiator:innen Kreuzberger Salon. Langzeitprojekt »Himmel und Erde« Vor dem Hintergrund einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Landschaftsbegriff und der Landschaftsästhetik haben sie praktisch und mit künstlerischen Mitteln die Wiederbelebung einer alten Streuobstwiese in Brandenburg initiiert.

    Lasse-Marc Riek, (Hanau/Main), Klangkünstler. Laute_Stille, Projektvortrag, Der Beitrag wurde als Audioproduktion wiedergegeben. 

    Edgar Reisinger, (Jena), Dipl. Biologe. Warum bestimmte Landschaften schön empfunden werden – zwei Erklärungsmuster

    Prof. Hartmut Böhme (Hamburg), Philosoph, Kultur- und Literaturwissenschaftler. Vorstufen zu einem Landschafts-Konzept der Moderne, Hartmut Böhme konnte leider nicht persönlich dabei sein. Der Beitrag wurde vorab als Text an alle Teilnehmer versendet und unter den Teilnehmer:innen innerhalb seiner geplanten Redezeit diskutiert. 

    Dr. Martin Seidel, (Bonn), Kunsthistoriker, Kunst- und Architekturpublizist. Land Art als amerikanische Avantgardekunst der 60er und frühen 70er Jahre. Intentionen und Tendenzen

    Beitrag Kunst: Wieland Krause, Soundscape Otovice, 2:29 min

    Dr. Ing. Peter Fibich, (Bad Lausick), Landschaftsarchitekt + Planer, Freiraumarchitekten (Leipzig). „Beispiellandschaft“ Zum Wirken von Prof. Georg Pniower und seine Aktualität heute.

    Dr. Annegret Laabs, (Magdeburg), Kunsthistorikerin, Leiterin Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen Magdeburg. Zeitgenössische Ansätze und Tendenzen in der „Landschaftskunst“.

    Beitrag Kunst: Wieland Krause, „Biene“, Video, 4:11 min

    Daniel Herrmann (Halle) Künstler, Kurator, Direktor von Werkleitz – Zentrum für Medienkunst. Das Mansfelder Land und die Hausberge der Stadt Halle – ruderal vs. urban, Als Kenner der Region berichtete Daniel Herrmann über das Mansfelder Land, über dessen Prosperität und Brüche, die freilich auch das Antlitz der dortigen Landschaft prägen.

    Dr. Judith Elisabeth Weiss (Berlin), Kunsthistorikerin/Ethnologin, Kuratorin. Leitung des BMBF-Projekts „Urform und Umbildung“. „Dritte Landschaft. Wenn auf den Trümmern wieder etwas wächst“, 
    Judith Weiss musste leider kurzfristig absagen, ihr Beitrag wurde verlesen

    Beitrag Kunst: Olaf Wegewitz, „Den Fliegen gewidmet“, Video, 5:40 min

    Olaf Wegewitz, (Huy-Neinstedt), Bildender Künstler. Natur – Kunst_ zum eigenen Schaffen und Ausführungen zu Naturphilosophien

    Roland Lange, (Kannawurf), Archäologe und Kunsthistoriker, Gründer und Vereinsvorsitzender des Künstlerhaus Thüringen – Schloss Kannawurf e.V. und Initiator der Gartenanlage. 
    Geführte Wanderung und Vortrag zur Landschaft Hainleite und Wipper/Unstrut-Aue

    Dr. Johannes Stahl, (Köln), Kunsthistoriker, Ausstellungsmacher, Kurator. Landschaft und ihr Ersatz – Über Freiraumdenken, Screensaver und die Möglichkeiten der Künste,

    Till Krause, (Hamburg), Künstler, Kurator, Mitbegründer der Galerie für Landschaftskunst Hamburg. Formung von Landschaft über die Imagination – das Langzeitprojekt „Freie Flusszone Süderelbe

    Beitrag Kunst: Carl Vetter, Stein-Klangperformance, ca. 5:00 min

    Florian Wüst (Berlin), Filmkurator, Künstler, Verleger, Mitgründer der Berliner Hefte zu Geschichte und Gegenwart der Stadt und Ko-Kurator des Ausstellungsprojektes Licht Luft Scheiße
    „Augen der Landschaft“ – Perspektiven auf Ökologie und Moderne (2019) Programm mit dokumentarischen und experimentellen Kurzfilmen 
    Augen der Landschaft, Siegfried Bergmann, DDR 1983, 23’30“
    Há terra!, Ana Vaz, BR/FR 2016, 12′
    Imperial Valley (cultivated run-off), Lukas Marxt, AT/DE 2018, 14′

    Fotodokumentation: Clara Hofmann

    Weitere Informationen und Ansprechpartner:

    Akademie der Künste Sachsen-Anhalt

                    Posthornweg 3, 04118 Halle/Saale   |   info@adk-san.de   |   www.adk-san.de

    Künstlerhaus Thüringen e.V. Schloß Kannawurf

                    Schlossplan 1, 06578 Kannawurf   |   info@schloss-kannawurf.de

    Die Texte und Bilder sind zur Veröffentlichung freigegeben.

    Gefördert durch:

    Logo Robert Bosch Stiftung GmbH                                             kombimarke gefoerdertbmel ble ptble                       

  • Symposium: RESONANZEN _Landschaft/Natur und Kunst im Kontext

    Symposium: RESONANZEN _Landschaft/Natur und Kunst im Kontext

    „Ich hatte immer gedacht, ein Gärtner oder Landwirt würde die Natur besser kennen als ich. Weit gefehlt. Von der Natur sieht am meisten der Künstler.“ Béla Hamvas (1897-1968)

    Im zweiten Anlauf, nach der pandemiebedingten Absage im letzten Jahr, fand vom 07. bis 09. Mai 2021 das Symposium RESONANZEN _Landschaft/Natur und Kunst im Kontext als interne Fachtagung auf Schloß Kannawurf statt – unter strenger Einhaltung der geltenden Hygienebestimmungen. 15 Referent:innen hielten Vorträge und führten Gespräche zu Themen, welche die Vielgestaltigkeit künstlerischer Bearbeitungen des Themas Landschaft als inhaltliches Themenfeld (nicht als Sujet) beleuchteten. Gleichzeitig wurden von 8 Künstler:innen in den Tagungsräumen aktuelle künstlerische Arbeiten zum Thema Landschaft präsentiert.

    Die Fachtagung zeigte ein breites, wertvolles Verständnis von Landschaft, ihrer Schönheit, ihren Bedürfnissen und Ökologien auf. An zwei Tagen spann sich ein Netz aus Möglichkeiten, um innerhalb globaler wie lokaler Strukturen in der Landwirtschaft und Flächengestaltung aktivierend und zukunftsfähig zu agieren. Es gibt Alternativen, um der Landschaft und Natur als emanzipiertem Partner zu begegnen, ihre Schönheit in der Komplexität wertzuschätzen, das Hybride zu feiern, die Vielfalt zu fordern – sich produktiv in den Kreislauf einzubringen.

    Die Tagung sowie die Ausstellung sind eine Kooperation zwischen dem Künstlerhaus Thüringen e.V. und der Akademie der Künste Sachsen-Anhalt e.V. Die Referate und Ergebnisse des Symposiums und die künstlerischen Beiträge werden in Buchform publiziert. Die Ausstellung ist bis Ende September auf Schloß Kannawurf zu besichtigen. Die beteiligten Künstler:innen sind: Johanna Bartl, Nancy Jahns, Anne Baumann, Lado Khartishvili, Wieland Krause, Dietrich Oltmanns, Carl Vetter, Thomas Blase.

    {gallery}2021/Resonanzen{/gallery} 

    Das Symposium RESONANZEN _Landschaft/Natur und Kunst im Kontext ist ein gemeinsames Projekt von Künstlerhaus und Akademie. Beide Initiativen verbindet der Wille dem Landschaftswandel nicht nur zuzusehen, sondern ihn aktiv mit zu gestalten. Es ist als Input in den regionalen Diskurs gemeint. Zugleich soll damit eine inhaltliche Grundlage geschaffen werden für ein sich anschließendes Projekt KUNST UND LANDSCHAFT, bei dem 8 internationale Künstler:innen vor Ort in Kannawurf eine Arbeit entwickeln, die sich mit der konkreten Situation dieser Landschaft auseinandersetzt. ­­­­

    TAGUNGSPROGRAMM:

    moderiert durch Norbert Eisold (Kunsthistoriker, Berlin)

    Miriam Wiesel, Axel Schmidt, (Berlin), Künstler:in, Initiator:innen Kreuzberger Salon. Langzeitprojekt »Himmel und Erde« Vor dem Hintergrund einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Landschaftsbegriff und der Landschaftsästhetik haben sie praktisch und mit künstlerischen Mitteln die Wiederbelebung einer alten Streuobstwiese in Brandenburg initiiert.

    Lasse-Marc Riek, (Hanau/Main), Klangkünstler. Laute_Stille, Projektvortrag, Der Beitrag wurde als Audioproduktion wiedergegeben. 

    Edgar Reisinger, (Jena), Dipl. Biologe. Warum bestimmte Landschaften schön empfunden werden – zwei Erklärungsmuster

    Prof. Hartmut Böhme (Hamburg), Philosoph, Kultur- und Literaturwissenschaftler. Vorstufen zu einem Landschafts-Konzept der Moderne, Hartmut Böhme konnte leider nicht persönlich dabei sein. Der Beitrag wurde vorab als Text an alle Teilnehmer versendet und unter den Teilnehmer:innen innerhalb seiner geplanten Redezeit diskutiert. 

    Dr. Martin Seidel, (Bonn), Kunsthistoriker, Kunst- und Architekturpublizist. Land Art als amerikanische Avantgardekunst der 60er und frühen 70er Jahre. Intentionen und Tendenzen

    Beitrag Kunst: Wieland Krause, Soundscape Otovice, 2:29 min

    Dr. Ing. Peter Fibich, (Bad Lausick), Landschaftsarchitekt + Planer, Freiraumarchitekten (Leipzig). „Beispiellandschaft“ Zum Wirken von Prof. Georg Pniower und seine Aktualität heute.

    Dr. Annegret Laabs, (Magdeburg), Kunsthistorikerin, Leiterin Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen Magdeburg. Zeitgenössische Ansätze und Tendenzen in der „Landschaftskunst“.

    Beitrag Kunst: Wieland Krause, „Biene“, Video, 4:11 min

    Daniel Herrmann (Halle) Künstler, Kurator, Direktor von Werkleitz – Zentrum für Medienkunst. Das Mansfelder Land und die Hausberge der Stadt Halle – ruderal vs. urban, Als Kenner der Region berichtete Daniel Herrmann über das Mansfelder Land, über dessen Prosperität und Brüche, die freilich auch das Antlitz der dortigen Landschaft prägen.

    Dr. Judith Elisabeth Weiss (Berlin), Kunsthistorikerin/Ethnologin, Kuratorin. Leitung des BMBF-Projekts „Urform und Umbildung“. „Dritte Landschaft. Wenn auf den Trümmern wieder etwas wächst“, 
    Judith Weiss musste leider kurzfristig absagen, ihr Beitrag wurde verlesen

    Beitrag Kunst: Olaf Wegewitz, „Den Fliegen gewidmet“, Video, 5:40 min

    Olaf Wegewitz, (Huy-Neinstedt), Bildender Künstler. Natur – Kunst_ zum eigenen Schaffen und Ausführungen zu Naturphilosophien

    Roland Lange, (Kannawurf), Archäologe und Kunsthistoriker, Gründer und Vereinsvorsitzender des Künstlerhaus Thüringen – Schloss Kannawurf e.V. und Initiator der Gartenanlage. 
    Geführte Wanderung und Vortrag zur Landschaft Hainleite und Wipper/Unstrut-Aue

    Dr. Johannes Stahl, (Köln), Kunsthistoriker, Ausstellungsmacher, Kurator. Landschaft und ihr Ersatz – Über Freiraumdenken, Screensaver und die Möglichkeiten der Künste,

    Till Krause, (Hamburg), Künstler, Kurator, Mitbegründer der Galerie für Landschaftskunst Hamburg. Formung von Landschaft über die Imagination – das Langzeitprojekt „Freie Flusszone Süderelbe

    Beitrag Kunst: Carl Vetter, Stein-Klangperformance, ca. 5:00 min

    Florian Wüst (Berlin), Filmkurator, Künstler, Verleger, Mitgründer der Berliner Hefte zu Geschichte und Gegenwart der Stadt und Ko-Kurator des Ausstellungsprojektes Licht Luft Scheiße
    „Augen der Landschaft“ – Perspektiven auf Ökologie und Moderne (2019) Programm mit dokumentarischen und experimentellen Kurzfilmen 
    Augen der Landschaft, Siegfried Bergmann, DDR 1983, 23’30“
    Há terra!, Ana Vaz, BR/FR 2016, 12′
    Imperial Valley (cultivated run-off), Lukas Marxt, AT/DE 2018, 14′

    Fotodokumentation: Clara Hofmann

    Weitere Informationen und Ansprechpartner:

    Akademie der Künste Sachsen-Anhalt

                    Posthornweg 3, 04118 Halle/Saale   |   info@adk-san.de   |   www.adk-san.de

    Künstlerhaus Thüringen e.V. Schloß Kannawurf

                    Schlossplan 1, 06578 Kannawurf   |   info@schloss-kannawurf.de

    Die Texte und Bilder sind zur Veröffentlichung freigegeben.

    Gefördert durch:

    Logo Robert Bosch Stiftung GmbH                                             kombimarke gefoerdertbmel ble ptble                       

  • Symposium: RESONANZEN _Landschaft/Natur und Kunst im Kontext

    Symposium: RESONANZEN _Landschaft/Natur und Kunst im Kontext

    „Ich hatte immer gedacht, ein Gärtner oder Landwirt würde die Natur besser kennen als ich. Weit gefehlt. Von der Natur sieht am meisten der Künstler.“ Béla Hamvas (1897-1968)

    Im zweiten Anlauf, nach der pandemiebedingten Absage im letzten Jahr, fand vom 07. bis 09. Mai 2021 das Symposium RESONANZEN _Landschaft/Natur und Kunst im Kontext als interne Fachtagung auf Schloß Kannawurf statt – unter strenger Einhaltung der geltenden Hygienebestimmungen. 15 Referent:innen hielten Vorträge und führten Gespräche zu Themen, welche die Vielgestaltigkeit künstlerischer Bearbeitungen des Themas Landschaft als inhaltliches Themenfeld (nicht als Sujet) beleuchteten. Gleichzeitig wurden von 8 Künstler:innen in den Tagungsräumen aktuelle künstlerische Arbeiten zum Thema Landschaft präsentiert.

    Die Fachtagung zeigte ein breites, wertvolles Verständnis von Landschaft, ihrer Schönheit, ihren Bedürfnissen und Ökologien auf. An zwei Tagen spann sich ein Netz aus Möglichkeiten, um innerhalb globaler wie lokaler Strukturen in der Landwirtschaft und Flächengestaltung aktivierend und zukunftsfähig zu agieren. Es gibt Alternativen, um der Landschaft und Natur als emanzipiertem Partner zu begegnen, ihre Schönheit in der Komplexität wertzuschätzen, das Hybride zu feiern, die Vielfalt zu fordern – sich produktiv in den Kreislauf einzubringen.

    Die Tagung sowie die Ausstellung sind eine Kooperation zwischen dem Künstlerhaus Thüringen e.V. und der Akademie der Künste Sachsen-Anhalt e.V. Die Referate und Ergebnisse des Symposiums und die künstlerischen Beiträge werden in Buchform publiziert. Die Ausstellung ist bis Ende September auf Schloß Kannawurf zu besichtigen. Die beteiligten Künstler:innen sind: Johanna Bartl, Nancy Jahns, Anne Baumann, Lado Khartishvili, Wieland Krause, Dietrich Oltmanns, Carl Vetter, Thomas Blase.

    {gallery}2021/Resonanzen{/gallery} 

    Das Symposium RESONANZEN _Landschaft/Natur und Kunst im Kontext ist ein gemeinsames Projekt von Künstlerhaus und Akademie. Beide Initiativen verbindet der Wille dem Landschaftswandel nicht nur zuzusehen, sondern ihn aktiv mit zu gestalten. Es ist als Input in den regionalen Diskurs gemeint. Zugleich soll damit eine inhaltliche Grundlage geschaffen werden für ein sich anschließendes Projekt KUNST UND LANDSCHAFT, bei dem 8 internationale Künstler:innen vor Ort in Kannawurf eine Arbeit entwickeln, die sich mit der konkreten Situation dieser Landschaft auseinandersetzt. ­­­­

    TAGUNGSPROGRAMM:

    moderiert durch Norbert Eisold (Kunsthistoriker, Berlin)

    Miriam Wiesel, Axel Schmidt, (Berlin), Künstler:in, Initiator:innen Kreuzberger Salon. Langzeitprojekt »Himmel und Erde« Vor dem Hintergrund einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Landschaftsbegriff und der Landschaftsästhetik haben sie praktisch und mit künstlerischen Mitteln die Wiederbelebung einer alten Streuobstwiese in Brandenburg initiiert.

    Lasse-Marc Riek, (Hanau/Main), Klangkünstler. Laute_Stille, Projektvortrag, Der Beitrag wurde als Audioproduktion wiedergegeben. 

    Edgar Reisinger, (Jena), Dipl. Biologe. Warum bestimmte Landschaften schön empfunden werden – zwei Erklärungsmuster

    Prof. Hartmut Böhme (Hamburg), Philosoph, Kultur- und Literaturwissenschaftler. Vorstufen zu einem Landschafts-Konzept der Moderne, Hartmut Böhme konnte leider nicht persönlich dabei sein. Der Beitrag wurde vorab als Text an alle Teilnehmer versendet und unter den Teilnehmer:innen innerhalb seiner geplanten Redezeit diskutiert. 

    Dr. Martin Seidel, (Bonn), Kunsthistoriker, Kunst- und Architekturpublizist. Land Art als amerikanische Avantgardekunst der 60er und frühen 70er Jahre. Intentionen und Tendenzen

    Beitrag Kunst: Wieland Krause, Soundscape Otovice, 2:29 min

    Dr. Ing. Peter Fibich, (Bad Lausick), Landschaftsarchitekt + Planer, Freiraumarchitekten (Leipzig). „Beispiellandschaft“ Zum Wirken von Prof. Georg Pniower und seine Aktualität heute.

    Dr. Annegret Laabs, (Magdeburg), Kunsthistorikerin, Leiterin Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen Magdeburg. Zeitgenössische Ansätze und Tendenzen in der „Landschaftskunst“.

    Beitrag Kunst: Wieland Krause, „Biene“, Video, 4:11 min

    Daniel Herrmann (Halle) Künstler, Kurator, Direktor von Werkleitz – Zentrum für Medienkunst. Das Mansfelder Land und die Hausberge der Stadt Halle – ruderal vs. urban, Als Kenner der Region berichtete Daniel Herrmann über das Mansfelder Land, über dessen Prosperität und Brüche, die freilich auch das Antlitz der dortigen Landschaft prägen.

    Dr. Judith Elisabeth Weiss (Berlin), Kunsthistorikerin/Ethnologin, Kuratorin. Leitung des BMBF-Projekts „Urform und Umbildung“. „Dritte Landschaft. Wenn auf den Trümmern wieder etwas wächst“, 
    Judith Weiss musste leider kurzfristig absagen, ihr Beitrag wurde verlesen

    Beitrag Kunst: Olaf Wegewitz, „Den Fliegen gewidmet“, Video, 5:40 min

    Olaf Wegewitz, (Huy-Neinstedt), Bildender Künstler. Natur – Kunst_ zum eigenen Schaffen und Ausführungen zu Naturphilosophien

    Roland Lange, (Kannawurf), Archäologe und Kunsthistoriker, Gründer und Vereinsvorsitzender des Künstlerhaus Thüringen – Schloss Kannawurf e.V. und Initiator der Gartenanlage. 
    Geführte Wanderung und Vortrag zur Landschaft Hainleite und Wipper/Unstrut-Aue

    Dr. Johannes Stahl, (Köln), Kunsthistoriker, Ausstellungsmacher, Kurator. Landschaft und ihr Ersatz – Über Freiraumdenken, Screensaver und die Möglichkeiten der Künste,

    Till Krause, (Hamburg), Künstler, Kurator, Mitbegründer der Galerie für Landschaftskunst Hamburg. Formung von Landschaft über die Imagination – das Langzeitprojekt „Freie Flusszone Süderelbe

    Beitrag Kunst: Carl Vetter, Stein-Klangperformance, ca. 5:00 min

    Florian Wüst (Berlin), Filmkurator, Künstler, Verleger, Mitgründer der Berliner Hefte zu Geschichte und Gegenwart der Stadt und Ko-Kurator des Ausstellungsprojektes Licht Luft Scheiße
    „Augen der Landschaft“ – Perspektiven auf Ökologie und Moderne (2019) Programm mit dokumentarischen und experimentellen Kurzfilmen 
    Augen der Landschaft, Siegfried Bergmann, DDR 1983, 23’30“
    Há terra!, Ana Vaz, BR/FR 2016, 12′
    Imperial Valley (cultivated run-off), Lukas Marxt, AT/DE 2018, 14′

    Fotodokumentation: Clara Hofmann

    Weitere Informationen und Ansprechpartner:

    Akademie der Künste Sachsen-Anhalt

                    Posthornweg 3, 04118 Halle/Saale   |   info@adk-san.de   |   www.adk-san.de

    Künstlerhaus Thüringen e.V. Schloß Kannawurf

                    Schlossplan 1, 06578 Kannawurf   |   info@schloss-kannawurf.de

    Die Texte und Bilder sind zur Veröffentlichung freigegeben.

    Gefördert durch:

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  • zum 150. Geburtstag Salomo Friedlaenders

    Salomo Friedlaender/Mynona (4. Mai 1871 – 9. September 1946)
    Die Ausgabe seiner zu Lebzeiten veröffentlichten und der nachgelassenen Schriften ist abgeschlossen (23 Bände), die ersten Bände des Briefwechsels erscheinen.Das in 50 Jahren entstandene Werk Friedlaender/Mynonas ist umfangreich und vielgestaltig.

    Er publizierte 34 Bücher: philosophische Abhandlungen, Romane, Novellen, Parodien und Gedichte (darunter 250 Sonette); dazu 80 Aufsätze, 120 Rezensionen und politische Stellungnahmen. So erfrischend antimodern er sich gab, zählt er doch zu den Klassikern der Moderne. Sein polaristischer Indifferentismus – ineins Methode, Heuristik, Therapie und Verknüpfung von Philosophie mit Literatur – bildet ein Ferment in den Gärungsphasen zahlreicher heute aktueller Diskurse. Geboren 1871 in Gollantsch (bei Posen, heute Polen), studiert er Medizin, dann Philosophie in München, Berlin und Jena, wo er 1902 bei Otto Liebmann promoviert. Seitdem lebt er in Berlin. Zu seinem personalen Netzwerk gehören Samuel Lublinski, Paul Scheerbart, Kurt Hiller, Martin Buber, Walter Benjamin, David Baumgardt, Max Picard, Karl Kraus und Joseph Roth sowie Raoul Hausmann, Hannah Höch, Kurt Schwitters, Arthur Segal und Ludwig Meidner. Alfred Kubin illustriert mehrere seiner Werke.
    Friedlaender/Mynona gelangt durch Schopenhauers Farbenlehre zu Goethes Polaritätsdenken, das er konsequent und antiromantisch ausbaut. Von Nietzsche übernimmt er das Motiv der Selbstkultivierung, den Übermenschen weist er als physiologische Verirrung zurück. Er korrespondiert mit „der stadtbekannten Schwester des weltbekannten Bruders“; Georg Simmel fördert sein Nietzsche-Buch von 1911. Ab 1909 veröffentlicht er unter dem Namen Mynona (Umkehrung von Anonym) 250 Grotesken, die ihn auch außerhalb des deutschen Sprachraums rasch bekannt machen. Entscheidende Impulse erhält er von Ernst Marcus (1856-1928), Jurist und „Altkantianer“. Seit 1920 kämpft Friedlaender/Mynona erbittert gegen den heraufziehenden Nationalsozialismus. Unermüdlich verteidigt er die Sache Kants: Freiheit, Gesetzesbegriff, Revolutionsprinzip, Vernunftreligion, Weltfrieden, Rechtsstaat. Scharfsinnig setzt er sich mit der intellektuellen Prominenz auseinander: Scheler, Bergson, Rathenau, Bloch, Thomas Mann, Hugo Ball, Tucholsky, Spengler, Ernst Barthel, Sartre … Er legt den philosophischen Grundstein zu Dada, schreibt die erste Monographie über George Grosz, verspottet Tarzan, stellt Freuds Sexualtheorie auf den Kopf, regt den Psychologen Fritz Perls zur Gestalttherapie an, seziert Einsteins empiristischen Relativismus und betreibt am Fall Remarque eine in ganz Europa Aufsehen erregende Dekonstruktion avant la lettre. Mynona bietet eine Fundgrube für Medientheorien: Anders als viele Zeitgenossen sieht er in der Technik ein durchaus kontrollierbares Mittel zum Zweck eines besseren Lebens, das er in phantastischen Visionen beschreibt.Literatur- und Kulturkritiker, Sprachmeister, Satiriker und Parodist vom Rang eines Lichtenberg oder Voltaire – der lachende Inszenator des „großen Immanuel Unbekannt“: Friedlaender/Mynona blieb unbestechlich, nahm kein Blatt vor den Mund, stellte sich quer zum Zeitgeist, bis sich in der späten Weimarer Republik der „Ring der Knebelungen“ um ihn schloß. Im Oktober 1933 flieht er mit Frau und Sohn nach Paris, wo er 1946 in Armut stirbt.Im Exil kann er unter widrigsten Umständen ein Dutzend philosophische Bücher und fünfzehn Essays abschließen, vor allem die kritische Revision der Schöpferischen Indifferenz von 1918 – Das magische Ich (1935). Aber auch dieses Buch, dessen Publikation an Geldmangel scheiterte, ist nicht sein letztes Wort. Seit 1939 ersetzt er jene Titelformel von 1918 durch „Ich-Heliozentrum“. Gemeint ist das, was Kant „Menschheit in Person“ oder homo noumenon, Vernunftmensch nennt. In seinem letzten Essay, Ideenmagie (1945/46), nimmt Friedlaender/Mynona auch Stellung zur Atombombe.(Hartmut Geerken)

    Ein Lichtenberg unserer Tage (Kubin) – ein Nachfahre Georg Christoph Lichtenbergs (Soergel) – ein deutscher Voltaire (Steegemann) – Charley Chaplin der deutschen Philosophie (Hatvani) – Deutschlands erster lebender Philosoph und einziger Erbe Nietzsches (Flesch) – ein Nietzscherl (Bloch) – ein Schüler Jean Pauls (Hennecke) – ein zweiter Andersen (Schickele) – das Urbild eines Zynikers (Scholem) – ein vergessenes Genie (Strelka) – der charakterstärkste, ja der konsequenteste Freigeist des modernen Schrifttums (Mehring) – der zu Unrecht verschollenste Autor des deutschen Expressionismus (Hennecke) – ein verschollener, aber ganz großartiger Schriftsteller (Jentzsch) – der einzige Metaphysiker dieses Kulturkreises (Hiller) – en af Tysklands storste kritikere (anonym) – ein bissiger Kulturkritiker (anonym) – ein Magiker, ein Clown (Fröhlich) – Philosoph und Clown (Pinthus) – ein geistig aufreizender Satiriker (Hatvani) – ein besessener Kantianer (Koch) – ein Altkantianer (Mynona) – ein Neukantianer (Huder) – ein lachender Philosoph (Tucholsky) – The anonymous Jew as laughing philosopher (Zipes) – ein bitterarmer und redlicher Jude (Blüher) – ein philosophischer Pagenkopf (Huder) – ein philosophischer Sonderling (Viertel) – ein Philosophus-Satirikus (Richter) – le Charlot de la philosophie allemande (anonym) – einer der besten Denker (Heinrich Mann) – eine janusköpfige Doppelnatur (Strelka) – ein Prophet (Daiber) – ein Kobold, Irrwisch und Medium einer Stimme, deren Diktat nur die Berufenen empfangen (Kramberg) – ein Weiser (Strelka) – ein Siegelbewahrer; vielleicht auch eine Art Gralshüter (Riese) – Einzelgänger (Sternberg) – Verkehrungsspezialist (Foellmer) – ein ursprüngliches, poetisches und intellektuell-differenziertes feines und tiefes Talent (Schlaf) – einer, der Bescheid weiß (anonym) – ein Bohemien (Meidner) – ein Großer der deutschen Literatur dieses Jahrhunderts (Serke) – eine Berliner jüdische Dame (Bartels) – einer unserer genialsten Sprachschöpfer (Fröhlich) – ein unprofessoraler Feuerkopf (anonym) – so’n Gedankenstrichjunge (Mynona) – einem Marabu nicht unähnlich (Kubin) – ein durch den Weltraum sausender Kosmos (Lublinski) – ein tüchtiger Saltoschläger der Anonymität. (Huder) – ein heimlicher Literaturpapst (Daiber) – a gadfly who drew blood during the ferocious literary feuds of the last days of the Weimar Republic (Mandel) – ein libertinistischer Genießer (Pinthus) – radikaler Moralist des ewigen Friedens (Köhn) – ein zirzensischer Sprachartist (Huder) – einer der Matadore des sagenhaften Café des Westens (anonym) – geistreiches Mitglied des damaligen Berliner Künstler-Myzels (Frambach) – ein Dada-Ahn im Zentralnervensystem der Bürgerspötter (v. Wiese) – ein schriftstellernder Niemand (Hennecke) – messerscharf und dämonisch (Utzinger) – meisterhafter Sprachkünstler (Roettger) – ein Mann der ausgezeichneten und sinnreichen Einfälle (Heinrich Mann) – ein Schriftsteller der äußersten Linken (Schauwecker) – ein Avantgardist der sozialrevo-lutionären Aktivisten (Mehring) – ein beliebter Plauderer und Wortspieler (anonym) – ein hochstehender Vorläufer der Science-fiction (Pinthus) – ein geistiger Ararat unserer Zeit (Raoul Hausmann) – der Entdecker der didaktischen Groteske, ein kluger Erfinder und Situationenfuhrwerker (Lg.) – eine ungewöhnliche, geniale, magisch-phosphoreszierende Erscheinung, wie es deren nur ganz wenige gibt (Emil Arnold-Holm) – Surreal-Humorist (Paulun) – Pikantianer (Friedlaender)

    Editionspla1 Kant gegen Einstein (1932)2005, 2. Aufl. 2008. 208 S. € 24,50. ISBN 978-3-8370-0052-82

    Philosophische Abhandlungen und Kritiken, Teil I2006. 540 S. € 44,90. ISBN 978-3-8334-7022-63

    Philosophische Abhandlungen und Kritiken, Teil II2006. 536 S. € 44,90. ISBN 978-3-8334-7023-34

    Die Bank der Spötter. Ein Unroman (1920)2007. 492 S. Ill.: Alfred Kubin u. Richard Ziegler. € 44,90. ISBN 978-3-8334-7895-65

    Logik / Psychologie (1907)2007. 220 S. € 24,50. ISBN 978-3-8334-8087-46

    Kant und die sieben Narren / Kantholizismus / Philosophischer Dialog / Dialogübers Ich (aus dem Nachlaß)2007. 268 S. € 29,90. ISBN 978-3-8334-8084-37

    Grotesken, Teil I2008. 700 S. € 68,50. ISBN 978-3-8334-8089-88 Grotesken, Teil II2008. 696 S. € 68,50. ISBN 978-3-8334-8090-49

    Friedrich Nietzsche. Eine intellektuale Biographie (1911)2009. 296 S. € 34,90. ISBN 978-3-8391-2001-910

    Schöpferische Indifferenz (1918, 21926)2009. 692 S. € 68,50. ISBN 978-3-8391-2952-411

    Hat Erich Maria Remarque wirklich gelebt? (1929) / Der Holzweg zurück. Gegen Kurt Tucholsky (1931)2010. 512 S. € 49,90. ISBN 978-3-8391-8531-512

    Julius Robert Mayer (1905)2010. 372 S. € 39,90. ISBN 978-3-8391-4969-013

    Der Schöpfer. Phantasie / George Grosz / Tarzaniade. Parodie / Biblianthropen / Der lachende Hiob / Kant/Marx (1919-1936)2012. 560 S. € 49,90. Ill.: Alfred Kubin u. George Grosz. ISBN 978-3-8448-1028-814

    Graue Magie. Ein Berliner Nachschlüsselroman (1922, 21931)2013. 432 S. € 44,90. ISBN 978-3-7322-5551-115

    Kant für Kinder (1924) / Katechismus der Magie (1925) / Der Philosoph Ernst Marcus. Ein Mahnruf (1930)2014. 360 S. € 39,90. ISBN 978-3-7357-2415-116 Lyrik (1902-46)2014. 636 S. € 68,50. ISBN 978-3-7322-9743-617

    Vernunftgewitter. Brevier nach Ernst Marcus (aus dem Nachlaß, 1932)2015. 464 S. € 44,90. ISBN 978-3-7347-5175-2

    18 Autobiographische Schriften / Anekdoten (1872-1946)2016. 620 S. € 68,50. ISBN 978-3-7431-7889-219

    Das magische Ich. Elemente des kritischen Polarismus (aus dem Nachlaß, 1935)2015. 452 S. € 44,90. ISBN 978-3-7386-1719-120

    Vereinzelte Bemerkungen zum System des magischen Ich (aus dem Nachlaß, 1936-38)2015. 464 S. € 44,90. ISBN 978-3-7386-4445-621

    Das Experiment Mensch. Philosophische Essays und Kritiken (aus dem Nach-laß, 1912-39)2017. 620 S. € 68,50. ISBN 978-3-7448-1270-222

    Ich-Heliozentrum. Philosophische Abhandlungen (aus dem Nachlaß, 1940-45)2017. 644 S. € 68,50. ISBN 978-3-7448-7063-423

    Lehrbücher (aus dem Nachlaß)2017. 512 S. € 44,90. ISBN 978-3-7460-0900-124

    Briefwechsel I (aus dem Nachlaß, 1878-April 1919)2018. 688 S. € 68,50. ISBN 978-3-7460-9979-825-31

    Briefwechsel (1899-1958), (7 Bde.; ca. 5000 S.)32-37 Tagebücher (6 Bde.; ca. 4200 S.)38

    Bibliographie. Nachträge 1896-2019 / Register (ca. 600 S.)

    Die Gesammelten Schriften werden ab 2014 in loser Folge begleitet von der Buchreihe Friedlaender/Mynona Studien:

    1 Experiment Mensch. Friedlaender/Mynona BrevierKonzept & Schnitt: Detlef Thiel. Mit Einleitung, Zeittafel und Bibliographie2014. 284 S. € 19,50. ISBN 978-3-7357-8870-22

    Friedlaender/Mynona: „Ich werde nie heiraten“. Liebesbriefe an Marie LuiseHg. Sigrid Hauff. 2014. 238 S. € 19,50. ISBN 978-3-7357-4204-93

    „Tummle dich, mein Publikum! Hier sind noch schöne Aufgaben zu lösen.“Berichte und Forschungsbeiträge aus 100 Jahren. Gesammelt von Detlef Thiel2015. 296 S. € 19,50. ISBN 978-3-7357-4204-94

    Rolf Schütte: Die Mitte der Differenz. Polaritätsphilosophie und literarische Phantastik im Werk von Salomo Friedlaender/Mynona2016. 400 S. € 22,50. ISBN 978-3-7412-3754-65

    Sonnenreflexe im Achteckspiegel. Beiträge aus Japan, Hg. Detlef Thiel2018. 276 S. € 19,50. ISBN 978-3-7528-6095-5

    Stand März 2018
    Alle Bände Hardcover, mit Illustrationen.
    Weitere Infos unter www.hartmutgeerken.de


  • zum 150. Geburtstag Salomo Friedlaenders

    Salomo Friedlaender/Mynona (4. Mai 1871 – 9. September 1946)
    Die Ausgabe seiner zu Lebzeiten veröffentlichten und der nachgelassenen Schriften ist abgeschlossen (23 Bände), die ersten Bände des Briefwechsels erscheinen.Das in 50 Jahren entstandene Werk Friedlaender/Mynonas ist umfangreich und vielgestaltig.

    Er publizierte 34 Bücher: philosophische Abhandlungen, Romane, Novellen, Parodien und Gedichte (darunter 250 Sonette); dazu 80 Aufsätze, 120 Rezensionen und politische Stellungnahmen. So erfrischend antimodern er sich gab, zählt er doch zu den Klassikern der Moderne. Sein polaristischer Indifferentismus – ineins Methode, Heuristik, Therapie und Verknüpfung von Philosophie mit Literatur – bildet ein Ferment in den Gärungsphasen zahlreicher heute aktueller Diskurse. Geboren 1871 in Gollantsch (bei Posen, heute Polen), studiert er Medizin, dann Philosophie in München, Berlin und Jena, wo er 1902 bei Otto Liebmann promoviert. Seitdem lebt er in Berlin. Zu seinem personalen Netzwerk gehören Samuel Lublinski, Paul Scheerbart, Kurt Hiller, Martin Buber, Walter Benjamin, David Baumgardt, Max Picard, Karl Kraus und Joseph Roth sowie Raoul Hausmann, Hannah Höch, Kurt Schwitters, Arthur Segal und Ludwig Meidner. Alfred Kubin illustriert mehrere seiner Werke.
    Friedlaender/Mynona gelangt durch Schopenhauers Farbenlehre zu Goethes Polaritätsdenken, das er konsequent und antiromantisch ausbaut. Von Nietzsche übernimmt er das Motiv der Selbstkultivierung, den Übermenschen weist er als physiologische Verirrung zurück. Er korrespondiert mit „der stadtbekannten Schwester des weltbekannten Bruders“; Georg Simmel fördert sein Nietzsche-Buch von 1911. Ab 1909 veröffentlicht er unter dem Namen Mynona (Umkehrung von Anonym) 250 Grotesken, die ihn auch außerhalb des deutschen Sprachraums rasch bekannt machen. Entscheidende Impulse erhält er von Ernst Marcus (1856-1928), Jurist und „Altkantianer“. Seit 1920 kämpft Friedlaender/Mynona erbittert gegen den heraufziehenden Nationalsozialismus. Unermüdlich verteidigt er die Sache Kants: Freiheit, Gesetzesbegriff, Revolutionsprinzip, Vernunftreligion, Weltfrieden, Rechtsstaat. Scharfsinnig setzt er sich mit der intellektuellen Prominenz auseinander: Scheler, Bergson, Rathenau, Bloch, Thomas Mann, Hugo Ball, Tucholsky, Spengler, Ernst Barthel, Sartre … Er legt den philosophischen Grundstein zu Dada, schreibt die erste Monographie über George Grosz, verspottet Tarzan, stellt Freuds Sexualtheorie auf den Kopf, regt den Psychologen Fritz Perls zur Gestalttherapie an, seziert Einsteins empiristischen Relativismus und betreibt am Fall Remarque eine in ganz Europa Aufsehen erregende Dekonstruktion avant la lettre. Mynona bietet eine Fundgrube für Medientheorien: Anders als viele Zeitgenossen sieht er in der Technik ein durchaus kontrollierbares Mittel zum Zweck eines besseren Lebens, das er in phantastischen Visionen beschreibt.Literatur- und Kulturkritiker, Sprachmeister, Satiriker und Parodist vom Rang eines Lichtenberg oder Voltaire – der lachende Inszenator des „großen Immanuel Unbekannt“: Friedlaender/Mynona blieb unbestechlich, nahm kein Blatt vor den Mund, stellte sich quer zum Zeitgeist, bis sich in der späten Weimarer Republik der „Ring der Knebelungen“ um ihn schloß. Im Oktober 1933 flieht er mit Frau und Sohn nach Paris, wo er 1946 in Armut stirbt.Im Exil kann er unter widrigsten Umständen ein Dutzend philosophische Bücher und fünfzehn Essays abschließen, vor allem die kritische Revision der Schöpferischen Indifferenz von 1918 – Das magische Ich (1935). Aber auch dieses Buch, dessen Publikation an Geldmangel scheiterte, ist nicht sein letztes Wort. Seit 1939 ersetzt er jene Titelformel von 1918 durch „Ich-Heliozentrum“. Gemeint ist das, was Kant „Menschheit in Person“ oder homo noumenon, Vernunftmensch nennt. In seinem letzten Essay, Ideenmagie (1945/46), nimmt Friedlaender/Mynona auch Stellung zur Atombombe.(Hartmut Geerken)

    Ein Lichtenberg unserer Tage (Kubin) – ein Nachfahre Georg Christoph Lichtenbergs (Soergel) – ein deutscher Voltaire (Steegemann) – Charley Chaplin der deutschen Philosophie (Hatvani) – Deutschlands erster lebender Philosoph und einziger Erbe Nietzsches (Flesch) – ein Nietzscherl (Bloch) – ein Schüler Jean Pauls (Hennecke) – ein zweiter Andersen (Schickele) – das Urbild eines Zynikers (Scholem) – ein vergessenes Genie (Strelka) – der charakterstärkste, ja der konsequenteste Freigeist des modernen Schrifttums (Mehring) – der zu Unrecht verschollenste Autor des deutschen Expressionismus (Hennecke) – ein verschollener, aber ganz großartiger Schriftsteller (Jentzsch) – der einzige Metaphysiker dieses Kulturkreises (Hiller) – en af Tysklands storste kritikere (anonym) – ein bissiger Kulturkritiker (anonym) – ein Magiker, ein Clown (Fröhlich) – Philosoph und Clown (Pinthus) – ein geistig aufreizender Satiriker (Hatvani) – ein besessener Kantianer (Koch) – ein Altkantianer (Mynona) – ein Neukantianer (Huder) – ein lachender Philosoph (Tucholsky) – The anonymous Jew as laughing philosopher (Zipes) – ein bitterarmer und redlicher Jude (Blüher) – ein philosophischer Pagenkopf (Huder) – ein philosophischer Sonderling (Viertel) – ein Philosophus-Satirikus (Richter) – le Charlot de la philosophie allemande (anonym) – einer der besten Denker (Heinrich Mann) – eine janusköpfige Doppelnatur (Strelka) – ein Prophet (Daiber) – ein Kobold, Irrwisch und Medium einer Stimme, deren Diktat nur die Berufenen empfangen (Kramberg) – ein Weiser (Strelka) – ein Siegelbewahrer; vielleicht auch eine Art Gralshüter (Riese) – Einzelgänger (Sternberg) – Verkehrungsspezialist (Foellmer) – ein ursprüngliches, poetisches und intellektuell-differenziertes feines und tiefes Talent (Schlaf) – einer, der Bescheid weiß (anonym) – ein Bohemien (Meidner) – ein Großer der deutschen Literatur dieses Jahrhunderts (Serke) – eine Berliner jüdische Dame (Bartels) – einer unserer genialsten Sprachschöpfer (Fröhlich) – ein unprofessoraler Feuerkopf (anonym) – so’n Gedankenstrichjunge (Mynona) – einem Marabu nicht unähnlich (Kubin) – ein durch den Weltraum sausender Kosmos (Lublinski) – ein tüchtiger Saltoschläger der Anonymität. (Huder) – ein heimlicher Literaturpapst (Daiber) – a gadfly who drew blood during the ferocious literary feuds of the last days of the Weimar Republic (Mandel) – ein libertinistischer Genießer (Pinthus) – radikaler Moralist des ewigen Friedens (Köhn) – ein zirzensischer Sprachartist (Huder) – einer der Matadore des sagenhaften Café des Westens (anonym) – geistreiches Mitglied des damaligen Berliner Künstler-Myzels (Frambach) – ein Dada-Ahn im Zentralnervensystem der Bürgerspötter (v. Wiese) – ein schriftstellernder Niemand (Hennecke) – messerscharf und dämonisch (Utzinger) – meisterhafter Sprachkünstler (Roettger) – ein Mann der ausgezeichneten und sinnreichen Einfälle (Heinrich Mann) – ein Schriftsteller der äußersten Linken (Schauwecker) – ein Avantgardist der sozialrevo-lutionären Aktivisten (Mehring) – ein beliebter Plauderer und Wortspieler (anonym) – ein hochstehender Vorläufer der Science-fiction (Pinthus) – ein geistiger Ararat unserer Zeit (Raoul Hausmann) – der Entdecker der didaktischen Groteske, ein kluger Erfinder und Situationenfuhrwerker (Lg.) – eine ungewöhnliche, geniale, magisch-phosphoreszierende Erscheinung, wie es deren nur ganz wenige gibt (Emil Arnold-Holm) – Surreal-Humorist (Paulun) – Pikantianer (Friedlaender)

    Editionspla1 Kant gegen Einstein (1932)2005, 2. Aufl. 2008. 208 S. € 24,50. ISBN 978-3-8370-0052-82

    Philosophische Abhandlungen und Kritiken, Teil I2006. 540 S. € 44,90. ISBN 978-3-8334-7022-63

    Philosophische Abhandlungen und Kritiken, Teil II2006. 536 S. € 44,90. ISBN 978-3-8334-7023-34

    Die Bank der Spötter. Ein Unroman (1920)2007. 492 S. Ill.: Alfred Kubin u. Richard Ziegler. € 44,90. ISBN 978-3-8334-7895-65

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    Schöpferische Indifferenz (1918, 21926)2009. 692 S. € 68,50. ISBN 978-3-8391-2952-411

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    Julius Robert Mayer (1905)2010. 372 S. € 39,90. ISBN 978-3-8391-4969-013

    Der Schöpfer. Phantasie / George Grosz / Tarzaniade. Parodie / Biblianthropen / Der lachende Hiob / Kant/Marx (1919-1936)2012. 560 S. € 49,90. Ill.: Alfred Kubin u. George Grosz. ISBN 978-3-8448-1028-814

    Graue Magie. Ein Berliner Nachschlüsselroman (1922, 21931)2013. 432 S. € 44,90. ISBN 978-3-7322-5551-115

    Kant für Kinder (1924) / Katechismus der Magie (1925) / Der Philosoph Ernst Marcus. Ein Mahnruf (1930)2014. 360 S. € 39,90. ISBN 978-3-7357-2415-116 Lyrik (1902-46)2014. 636 S. € 68,50. ISBN 978-3-7322-9743-617

    Vernunftgewitter. Brevier nach Ernst Marcus (aus dem Nachlaß, 1932)2015. 464 S. € 44,90. ISBN 978-3-7347-5175-2

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    Briefwechsel (1899-1958), (7 Bde.; ca. 5000 S.)32-37 Tagebücher (6 Bde.; ca. 4200 S.)38

    Bibliographie. Nachträge 1896-2019 / Register (ca. 600 S.)

    Die Gesammelten Schriften werden ab 2014 in loser Folge begleitet von der Buchreihe Friedlaender/Mynona Studien:

    1 Experiment Mensch. Friedlaender/Mynona BrevierKonzept & Schnitt: Detlef Thiel. Mit Einleitung, Zeittafel und Bibliographie2014. 284 S. € 19,50. ISBN 978-3-7357-8870-22

    Friedlaender/Mynona: „Ich werde nie heiraten“. Liebesbriefe an Marie LuiseHg. Sigrid Hauff. 2014. 238 S. € 19,50. ISBN 978-3-7357-4204-93

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    Stand März 2018
    Alle Bände Hardcover, mit Illustrationen.
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  • zum 150. Geburtstag Salomo Friedlaenders

    Salomo Friedlaender/Mynona (4. Mai 1871 – 9. September 1946)
    Die Ausgabe seiner zu Lebzeiten veröffentlichten und der nachgelassenen Schriften ist abgeschlossen (23 Bände), die ersten Bände des Briefwechsels erscheinen.Das in 50 Jahren entstandene Werk Friedlaender/Mynonas ist umfangreich und vielgestaltig.

    Er publizierte 34 Bücher: philosophische Abhandlungen, Romane, Novellen, Parodien und Gedichte (darunter 250 Sonette); dazu 80 Aufsätze, 120 Rezensionen und politische Stellungnahmen. So erfrischend antimodern er sich gab, zählt er doch zu den Klassikern der Moderne. Sein polaristischer Indifferentismus – ineins Methode, Heuristik, Therapie und Verknüpfung von Philosophie mit Literatur – bildet ein Ferment in den Gärungsphasen zahlreicher heute aktueller Diskurse. Geboren 1871 in Gollantsch (bei Posen, heute Polen), studiert er Medizin, dann Philosophie in München, Berlin und Jena, wo er 1902 bei Otto Liebmann promoviert. Seitdem lebt er in Berlin. Zu seinem personalen Netzwerk gehören Samuel Lublinski, Paul Scheerbart, Kurt Hiller, Martin Buber, Walter Benjamin, David Baumgardt, Max Picard, Karl Kraus und Joseph Roth sowie Raoul Hausmann, Hannah Höch, Kurt Schwitters, Arthur Segal und Ludwig Meidner. Alfred Kubin illustriert mehrere seiner Werke.
    Friedlaender/Mynona gelangt durch Schopenhauers Farbenlehre zu Goethes Polaritätsdenken, das er konsequent und antiromantisch ausbaut. Von Nietzsche übernimmt er das Motiv der Selbstkultivierung, den Übermenschen weist er als physiologische Verirrung zurück. Er korrespondiert mit „der stadtbekannten Schwester des weltbekannten Bruders“; Georg Simmel fördert sein Nietzsche-Buch von 1911. Ab 1909 veröffentlicht er unter dem Namen Mynona (Umkehrung von Anonym) 250 Grotesken, die ihn auch außerhalb des deutschen Sprachraums rasch bekannt machen. Entscheidende Impulse erhält er von Ernst Marcus (1856-1928), Jurist und „Altkantianer“. Seit 1920 kämpft Friedlaender/Mynona erbittert gegen den heraufziehenden Nationalsozialismus. Unermüdlich verteidigt er die Sache Kants: Freiheit, Gesetzesbegriff, Revolutionsprinzip, Vernunftreligion, Weltfrieden, Rechtsstaat. Scharfsinnig setzt er sich mit der intellektuellen Prominenz auseinander: Scheler, Bergson, Rathenau, Bloch, Thomas Mann, Hugo Ball, Tucholsky, Spengler, Ernst Barthel, Sartre … Er legt den philosophischen Grundstein zu Dada, schreibt die erste Monographie über George Grosz, verspottet Tarzan, stellt Freuds Sexualtheorie auf den Kopf, regt den Psychologen Fritz Perls zur Gestalttherapie an, seziert Einsteins empiristischen Relativismus und betreibt am Fall Remarque eine in ganz Europa Aufsehen erregende Dekonstruktion avant la lettre. Mynona bietet eine Fundgrube für Medientheorien: Anders als viele Zeitgenossen sieht er in der Technik ein durchaus kontrollierbares Mittel zum Zweck eines besseren Lebens, das er in phantastischen Visionen beschreibt.Literatur- und Kulturkritiker, Sprachmeister, Satiriker und Parodist vom Rang eines Lichtenberg oder Voltaire – der lachende Inszenator des „großen Immanuel Unbekannt“: Friedlaender/Mynona blieb unbestechlich, nahm kein Blatt vor den Mund, stellte sich quer zum Zeitgeist, bis sich in der späten Weimarer Republik der „Ring der Knebelungen“ um ihn schloß. Im Oktober 1933 flieht er mit Frau und Sohn nach Paris, wo er 1946 in Armut stirbt.Im Exil kann er unter widrigsten Umständen ein Dutzend philosophische Bücher und fünfzehn Essays abschließen, vor allem die kritische Revision der Schöpferischen Indifferenz von 1918 – Das magische Ich (1935). Aber auch dieses Buch, dessen Publikation an Geldmangel scheiterte, ist nicht sein letztes Wort. Seit 1939 ersetzt er jene Titelformel von 1918 durch „Ich-Heliozentrum“. Gemeint ist das, was Kant „Menschheit in Person“ oder homo noumenon, Vernunftmensch nennt. In seinem letzten Essay, Ideenmagie (1945/46), nimmt Friedlaender/Mynona auch Stellung zur Atombombe.(Hartmut Geerken)

    Ein Lichtenberg unserer Tage (Kubin) – ein Nachfahre Georg Christoph Lichtenbergs (Soergel) – ein deutscher Voltaire (Steegemann) – Charley Chaplin der deutschen Philosophie (Hatvani) – Deutschlands erster lebender Philosoph und einziger Erbe Nietzsches (Flesch) – ein Nietzscherl (Bloch) – ein Schüler Jean Pauls (Hennecke) – ein zweiter Andersen (Schickele) – das Urbild eines Zynikers (Scholem) – ein vergessenes Genie (Strelka) – der charakterstärkste, ja der konsequenteste Freigeist des modernen Schrifttums (Mehring) – der zu Unrecht verschollenste Autor des deutschen Expressionismus (Hennecke) – ein verschollener, aber ganz großartiger Schriftsteller (Jentzsch) – der einzige Metaphysiker dieses Kulturkreises (Hiller) – en af Tysklands storste kritikere (anonym) – ein bissiger Kulturkritiker (anonym) – ein Magiker, ein Clown (Fröhlich) – Philosoph und Clown (Pinthus) – ein geistig aufreizender Satiriker (Hatvani) – ein besessener Kantianer (Koch) – ein Altkantianer (Mynona) – ein Neukantianer (Huder) – ein lachender Philosoph (Tucholsky) – The anonymous Jew as laughing philosopher (Zipes) – ein bitterarmer und redlicher Jude (Blüher) – ein philosophischer Pagenkopf (Huder) – ein philosophischer Sonderling (Viertel) – ein Philosophus-Satirikus (Richter) – le Charlot de la philosophie allemande (anonym) – einer der besten Denker (Heinrich Mann) – eine janusköpfige Doppelnatur (Strelka) – ein Prophet (Daiber) – ein Kobold, Irrwisch und Medium einer Stimme, deren Diktat nur die Berufenen empfangen (Kramberg) – ein Weiser (Strelka) – ein Siegelbewahrer; vielleicht auch eine Art Gralshüter (Riese) – Einzelgänger (Sternberg) – Verkehrungsspezialist (Foellmer) – ein ursprüngliches, poetisches und intellektuell-differenziertes feines und tiefes Talent (Schlaf) – einer, der Bescheid weiß (anonym) – ein Bohemien (Meidner) – ein Großer der deutschen Literatur dieses Jahrhunderts (Serke) – eine Berliner jüdische Dame (Bartels) – einer unserer genialsten Sprachschöpfer (Fröhlich) – ein unprofessoraler Feuerkopf (anonym) – so’n Gedankenstrichjunge (Mynona) – einem Marabu nicht unähnlich (Kubin) – ein durch den Weltraum sausender Kosmos (Lublinski) – ein tüchtiger Saltoschläger der Anonymität. (Huder) – ein heimlicher Literaturpapst (Daiber) – a gadfly who drew blood during the ferocious literary feuds of the last days of the Weimar Republic (Mandel) – ein libertinistischer Genießer (Pinthus) – radikaler Moralist des ewigen Friedens (Köhn) – ein zirzensischer Sprachartist (Huder) – einer der Matadore des sagenhaften Café des Westens (anonym) – geistreiches Mitglied des damaligen Berliner Künstler-Myzels (Frambach) – ein Dada-Ahn im Zentralnervensystem der Bürgerspötter (v. Wiese) – ein schriftstellernder Niemand (Hennecke) – messerscharf und dämonisch (Utzinger) – meisterhafter Sprachkünstler (Roettger) – ein Mann der ausgezeichneten und sinnreichen Einfälle (Heinrich Mann) – ein Schriftsteller der äußersten Linken (Schauwecker) – ein Avantgardist der sozialrevo-lutionären Aktivisten (Mehring) – ein beliebter Plauderer und Wortspieler (anonym) – ein hochstehender Vorläufer der Science-fiction (Pinthus) – ein geistiger Ararat unserer Zeit (Raoul Hausmann) – der Entdecker der didaktischen Groteske, ein kluger Erfinder und Situationenfuhrwerker (Lg.) – eine ungewöhnliche, geniale, magisch-phosphoreszierende Erscheinung, wie es deren nur ganz wenige gibt (Emil Arnold-Holm) – Surreal-Humorist (Paulun) – Pikantianer (Friedlaender)

    Editionspla1 Kant gegen Einstein (1932)2005, 2. Aufl. 2008. 208 S. € 24,50. ISBN 978-3-8370-0052-82

    Philosophische Abhandlungen und Kritiken, Teil I2006. 540 S. € 44,90. ISBN 978-3-8334-7022-63

    Philosophische Abhandlungen und Kritiken, Teil II2006. 536 S. € 44,90. ISBN 978-3-8334-7023-34

    Die Bank der Spötter. Ein Unroman (1920)2007. 492 S. Ill.: Alfred Kubin u. Richard Ziegler. € 44,90. ISBN 978-3-8334-7895-65

    Logik / Psychologie (1907)2007. 220 S. € 24,50. ISBN 978-3-8334-8087-46

    Kant und die sieben Narren / Kantholizismus / Philosophischer Dialog / Dialogübers Ich (aus dem Nachlaß)2007. 268 S. € 29,90. ISBN 978-3-8334-8084-37

    Grotesken, Teil I2008. 700 S. € 68,50. ISBN 978-3-8334-8089-88 Grotesken, Teil II2008. 696 S. € 68,50. ISBN 978-3-8334-8090-49

    Friedrich Nietzsche. Eine intellektuale Biographie (1911)2009. 296 S. € 34,90. ISBN 978-3-8391-2001-910

    Schöpferische Indifferenz (1918, 21926)2009. 692 S. € 68,50. ISBN 978-3-8391-2952-411

    Hat Erich Maria Remarque wirklich gelebt? (1929) / Der Holzweg zurück. Gegen Kurt Tucholsky (1931)2010. 512 S. € 49,90. ISBN 978-3-8391-8531-512

    Julius Robert Mayer (1905)2010. 372 S. € 39,90. ISBN 978-3-8391-4969-013

    Der Schöpfer. Phantasie / George Grosz / Tarzaniade. Parodie / Biblianthropen / Der lachende Hiob / Kant/Marx (1919-1936)2012. 560 S. € 49,90. Ill.: Alfred Kubin u. George Grosz. ISBN 978-3-8448-1028-814

    Graue Magie. Ein Berliner Nachschlüsselroman (1922, 21931)2013. 432 S. € 44,90. ISBN 978-3-7322-5551-115

    Kant für Kinder (1924) / Katechismus der Magie (1925) / Der Philosoph Ernst Marcus. Ein Mahnruf (1930)2014. 360 S. € 39,90. ISBN 978-3-7357-2415-116 Lyrik (1902-46)2014. 636 S. € 68,50. ISBN 978-3-7322-9743-617

    Vernunftgewitter. Brevier nach Ernst Marcus (aus dem Nachlaß, 1932)2015. 464 S. € 44,90. ISBN 978-3-7347-5175-2

    18 Autobiographische Schriften / Anekdoten (1872-1946)2016. 620 S. € 68,50. ISBN 978-3-7431-7889-219

    Das magische Ich. Elemente des kritischen Polarismus (aus dem Nachlaß, 1935)2015. 452 S. € 44,90. ISBN 978-3-7386-1719-120

    Vereinzelte Bemerkungen zum System des magischen Ich (aus dem Nachlaß, 1936-38)2015. 464 S. € 44,90. ISBN 978-3-7386-4445-621

    Das Experiment Mensch. Philosophische Essays und Kritiken (aus dem Nach-laß, 1912-39)2017. 620 S. € 68,50. ISBN 978-3-7448-1270-222

    Ich-Heliozentrum. Philosophische Abhandlungen (aus dem Nachlaß, 1940-45)2017. 644 S. € 68,50. ISBN 978-3-7448-7063-423

    Lehrbücher (aus dem Nachlaß)2017. 512 S. € 44,90. ISBN 978-3-7460-0900-124

    Briefwechsel I (aus dem Nachlaß, 1878-April 1919)2018. 688 S. € 68,50. ISBN 978-3-7460-9979-825-31

    Briefwechsel (1899-1958), (7 Bde.; ca. 5000 S.)32-37 Tagebücher (6 Bde.; ca. 4200 S.)38

    Bibliographie. Nachträge 1896-2019 / Register (ca. 600 S.)

    Die Gesammelten Schriften werden ab 2014 in loser Folge begleitet von der Buchreihe Friedlaender/Mynona Studien:

    1 Experiment Mensch. Friedlaender/Mynona BrevierKonzept & Schnitt: Detlef Thiel. Mit Einleitung, Zeittafel und Bibliographie2014. 284 S. € 19,50. ISBN 978-3-7357-8870-22

    Friedlaender/Mynona: „Ich werde nie heiraten“. Liebesbriefe an Marie LuiseHg. Sigrid Hauff. 2014. 238 S. € 19,50. ISBN 978-3-7357-4204-93

    „Tummle dich, mein Publikum! Hier sind noch schöne Aufgaben zu lösen.“Berichte und Forschungsbeiträge aus 100 Jahren. Gesammelt von Detlef Thiel2015. 296 S. € 19,50. ISBN 978-3-7357-4204-94

    Rolf Schütte: Die Mitte der Differenz. Polaritätsphilosophie und literarische Phantastik im Werk von Salomo Friedlaender/Mynona2016. 400 S. € 22,50. ISBN 978-3-7412-3754-65

    Sonnenreflexe im Achteckspiegel. Beiträge aus Japan, Hg. Detlef Thiel2018. 276 S. € 19,50. ISBN 978-3-7528-6095-5

    Stand März 2018
    Alle Bände Hardcover, mit Illustrationen.
    Weitere Infos unter www.hartmutgeerken.de


  • Zeitschrift 04 der Akademie der Künste Sachsen-Anhalt

    Wir freuen uns das Erscheinen der vierten Ausgabe unserer jährlich erscheinenden Zeitschrift mitteilen zu können. Insgesamt 16 AutorInnen schrieben Beiträge zu Themen welche die künstlerische Beschäftigung mit Landschaft reflektieren. 7 KünstlerInnen stellen Werke aus ihrer aktuellen Arbeit innerhalb dieses Themenfeldes vor.

    Die Zeitschrift umfasst 74 Inhaltsseiten. Ab sofort kann sie zu einer Schutzgebühr von 5,- € (zuzüglich 2 € Versand) bestellt werden unter der Emailadresse: info@adk-san.de.

    Inhalt:
    Hartmut Böhme, Ästhetik und Resonanzen der Landschaft
    Hans-Wulf Kunze, Vockerode, Fotoserie
    Silvio Beck, Gaia – Landschaft der Melancholie?
    Marcel Schwierin, Pocessed Landscapes
    Lasse Marc-Riek, Walking into Sound, ein Hörtagebuch
    Michael Spyra, Der Regen, Lyrik
    Hannah Valdick, Ich will nicht klagen, Lyrik
    Isabelle Schulte, Zeichnungen
    Olaf Wegewitz, Wolkenbildner
    Mylasher (Tine Günther), Malerei
    André Schinkel, Landschaft der Träume
    Clara Hofmann, Until Death brings us closer together forever
    Radjo Monk, Aufbruch und Ungewogene Wege, Lyrik
    Thomas Blase, Das Projekt Brandberge von Wieland Krause
    Johannes Stahl, Ansichten von und zu Landschaften
    Judith Weiss, Dritte Landschaft. Die zerronnene Zeit des Humanen
    Christoph Kuhn, Die große Kugel
    Thomas Bille, P03, Jana Mertens
    Vitae und Impressum

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    Lasse Marc-Riek, Walking into Sound, ein Hörtagebuch
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