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  • Salinemuseum: Nach den Maschinen. Industriefotografie aus Sachsen-Anhalt

    26. 09. 2024, 17.30 Uhr

    Ausstellungseröffnung im
    Salinemuseum Halle 
    Mansfelder Straße 52
    06108 Halle (Saale)

    Seit über 150 Jahren prägt die Industrie das Gebiet des heutigen Landes Sachsen-Anhalt. Als Teil des Wirtschaftsraums Mitteldeutschland entwickelten sich neben Standorten wie den Kupfer- und Kohlebergwerken des Mansfelder Lands oder dem Chemiedreieck Leuna-Buna-Bitterfeld auch eigene Identitäten und Lebenswelten. Diese Industriegeschichte reicht über fünf politische Systeme – eine Geschichte voller Chancen und Widersprüche, die unablässig Reaktionen in Kunst und Literatur hervorrief. Die Ausstellung „Nach den Maschinen“ fragt erstmals zusammenhängend nach der Geschichte der Industriefotografie aus Sachsen-Anhalt, die das kulturelle Erbe der Region abbildet.

    Leben wir in einer Zeit nach den Maschinen? Aktuell 170.000 Industriearbeitsplätze weisen Sachsen-Anhalt als Industrieland aus. Die Total-Raffinerie in Leuna ist der größte Steuerzahler des Bundeslandes. Und die demnächst in Magdeburg produzierten Computerchips sind Sachsen-Anhalts Einstieg in die Halbleiterindustrie. Von einem postindustriellen Zeitalter kann daher keine Rede sein.

    Andererseits haben die vielfältigen Industriezweige des Bundeslandes in den letzten Jahrzehnten gravierende Veränderungen durchgemacht. Durch die schlagartige Deindustrialisierung nach dem Zusammenbruch der DDR sind unzählige Betriebe und Arbeitsplätze verlorengegangen. Neben dem Neuen, das danach entstanden ist, und der Zukunft, die in der Magdeburger Börde errichtet werden wird, ist auch die Vergangenheit der Industrie – die Zeit nach den Maschinen – in vielerlei Hinsicht Gegenwart, nicht zuletzt im Medium der Fotografie.

    Die Ausstellung im Salinemuseum Halle zeigt zum ersten Mal einen Überblick über die Industriefotografie Sachsen-Anhalts und damit über einen wesentlichen Bereich der Fotografiegeschichte. Beginnend mit der fotografischen Überlieferung des Gruson-Werks in Magdeburg, schlägt die Ausstellung im Anschluss einen Bogen von den 1920er-Jahren über die Zeit der DDR und die daran anschließende Transformationsphase bis zur unmittelbaren Gegenwart.

    Beteiligte Fotograf*innen:
    Günter Ackermann, Christian Bedeschinski, Günter Bersch, Elke Busching, Jörg Dietrich, Jochen Ehmke, Claudia Fährenkemper, Hans Finsler, Hans-Jörg Franke, Annemarie Giegold-Schilling, Gerald Große, Reinhard Hentze, Sven Gatter, Andreas Kämper, Thomas Kemnitz, Gert Kiermeyer, Stephanie Kiwitt, Eberhard Klöppel, Ulrich Kneise, Wieland Krause, Dirk Krüll, Emil Leitner, Gerda Leo, Joerg Lipskoch, Aleksei Malygin, Franziska Meister, Marcus-Andreas Mohr, Richard Peter Jun., Emilia Prescher, Inge Rambow, Monika Rechsteiner, Evelyn Richter, Karlheinz Rothenberger, Hans-Christian Schink, Harald Schmitt, Julius Schreiner, Wolfgang G. Schröter, Gert Schütze, Rainer Steussloff, Peter Thieme

    27.9.–15.12.2024

    Do-So: 10.00 – 17.00 Uhr

  • Salinemuseum: Nach den Maschinen. Industriefotografie aus Sachsen-Anhalt

    26. 09. 2024, 17.30 Uhr

    Ausstellungseröffnung im
    Salinemuseum Halle 
    Mansfelder Straße 52
    06108 Halle (Saale)

    Seit über 150 Jahren prägt die Industrie das Gebiet des heutigen Landes Sachsen-Anhalt. Als Teil des Wirtschaftsraums Mitteldeutschland entwickelten sich neben Standorten wie den Kupfer- und Kohlebergwerken des Mansfelder Lands oder dem Chemiedreieck Leuna-Buna-Bitterfeld auch eigene Identitäten und Lebenswelten. Diese Industriegeschichte reicht über fünf politische Systeme – eine Geschichte voller Chancen und Widersprüche, die unablässig Reaktionen in Kunst und Literatur hervorrief. Die Ausstellung „Nach den Maschinen“ fragt erstmals zusammenhängend nach der Geschichte der Industriefotografie aus Sachsen-Anhalt, die das kulturelle Erbe der Region abbildet.

    Leben wir in einer Zeit nach den Maschinen? Aktuell 170.000 Industriearbeitsplätze weisen Sachsen-Anhalt als Industrieland aus. Die Total-Raffinerie in Leuna ist der größte Steuerzahler des Bundeslandes. Und die demnächst in Magdeburg produzierten Computerchips sind Sachsen-Anhalts Einstieg in die Halbleiterindustrie. Von einem postindustriellen Zeitalter kann daher keine Rede sein.

    Andererseits haben die vielfältigen Industriezweige des Bundeslandes in den letzten Jahrzehnten gravierende Veränderungen durchgemacht. Durch die schlagartige Deindustrialisierung nach dem Zusammenbruch der DDR sind unzählige Betriebe und Arbeitsplätze verlorengegangen. Neben dem Neuen, das danach entstanden ist, und der Zukunft, die in der Magdeburger Börde errichtet werden wird, ist auch die Vergangenheit der Industrie – die Zeit nach den Maschinen – in vielerlei Hinsicht Gegenwart, nicht zuletzt im Medium der Fotografie.

    Die Ausstellung im Salinemuseum Halle zeigt zum ersten Mal einen Überblick über die Industriefotografie Sachsen-Anhalts und damit über einen wesentlichen Bereich der Fotografiegeschichte. Beginnend mit der fotografischen Überlieferung des Gruson-Werks in Magdeburg, schlägt die Ausstellung im Anschluss einen Bogen von den 1920er-Jahren über die Zeit der DDR und die daran anschließende Transformationsphase bis zur unmittelbaren Gegenwart.

    Beteiligte Fotograf*innen:
    Günter Ackermann, Christian Bedeschinski, Günter Bersch, Elke Busching, Jörg Dietrich, Jochen Ehmke, Claudia Fährenkemper, Hans Finsler, Hans-Jörg Franke, Annemarie Giegold-Schilling, Gerald Große, Reinhard Hentze, Sven Gatter, Andreas Kämper, Thomas Kemnitz, Gert Kiermeyer, Stephanie Kiwitt, Eberhard Klöppel, Ulrich Kneise, Wieland Krause, Dirk Krüll, Emil Leitner, Gerda Leo, Joerg Lipskoch, Aleksei Malygin, Franziska Meister, Marcus-Andreas Mohr, Richard Peter Jun., Emilia Prescher, Inge Rambow, Monika Rechsteiner, Evelyn Richter, Karlheinz Rothenberger, Hans-Christian Schink, Harald Schmitt, Julius Schreiner, Wolfgang G. Schröter, Gert Schütze, Rainer Steussloff, Peter Thieme

    27.9.–15.12.2024

    Do-So: 10.00 – 17.00 Uhr

  • Salinemuseum: Nach den Maschinen. Industriefotografie aus Sachsen-Anhalt

    26. 09. 2024, 17.30 Uhr

    Ausstellungseröffnung im
    Salinemuseum Halle 
    Mansfelder Straße 52
    06108 Halle (Saale)

    Seit über 150 Jahren prägt die Industrie das Gebiet des heutigen Landes Sachsen-Anhalt. Als Teil des Wirtschaftsraums Mitteldeutschland entwickelten sich neben Standorten wie den Kupfer- und Kohlebergwerken des Mansfelder Lands oder dem Chemiedreieck Leuna-Buna-Bitterfeld auch eigene Identitäten und Lebenswelten. Diese Industriegeschichte reicht über fünf politische Systeme – eine Geschichte voller Chancen und Widersprüche, die unablässig Reaktionen in Kunst und Literatur hervorrief. Die Ausstellung „Nach den Maschinen“ fragt erstmals zusammenhängend nach der Geschichte der Industriefotografie aus Sachsen-Anhalt, die das kulturelle Erbe der Region abbildet.

    Leben wir in einer Zeit nach den Maschinen? Aktuell 170.000 Industriearbeitsplätze weisen Sachsen-Anhalt als Industrieland aus. Die Total-Raffinerie in Leuna ist der größte Steuerzahler des Bundeslandes. Und die demnächst in Magdeburg produzierten Computerchips sind Sachsen-Anhalts Einstieg in die Halbleiterindustrie. Von einem postindustriellen Zeitalter kann daher keine Rede sein.

    Andererseits haben die vielfältigen Industriezweige des Bundeslandes in den letzten Jahrzehnten gravierende Veränderungen durchgemacht. Durch die schlagartige Deindustrialisierung nach dem Zusammenbruch der DDR sind unzählige Betriebe und Arbeitsplätze verlorengegangen. Neben dem Neuen, das danach entstanden ist, und der Zukunft, die in der Magdeburger Börde errichtet werden wird, ist auch die Vergangenheit der Industrie – die Zeit nach den Maschinen – in vielerlei Hinsicht Gegenwart, nicht zuletzt im Medium der Fotografie.

    Die Ausstellung im Salinemuseum Halle zeigt zum ersten Mal einen Überblick über die Industriefotografie Sachsen-Anhalts und damit über einen wesentlichen Bereich der Fotografiegeschichte. Beginnend mit der fotografischen Überlieferung des Gruson-Werks in Magdeburg, schlägt die Ausstellung im Anschluss einen Bogen von den 1920er-Jahren über die Zeit der DDR und die daran anschließende Transformationsphase bis zur unmittelbaren Gegenwart.

    Beteiligte Fotograf*innen:
    Günter Ackermann, Christian Bedeschinski, Günter Bersch, Elke Busching, Jörg Dietrich, Jochen Ehmke, Claudia Fährenkemper, Hans Finsler, Hans-Jörg Franke, Annemarie Giegold-Schilling, Gerald Große, Reinhard Hentze, Sven Gatter, Andreas Kämper, Thomas Kemnitz, Gert Kiermeyer, Stephanie Kiwitt, Eberhard Klöppel, Ulrich Kneise, Wieland Krause, Dirk Krüll, Emil Leitner, Gerda Leo, Joerg Lipskoch, Aleksei Malygin, Franziska Meister, Marcus-Andreas Mohr, Richard Peter Jun., Emilia Prescher, Inge Rambow, Monika Rechsteiner, Evelyn Richter, Karlheinz Rothenberger, Hans-Christian Schink, Harald Schmitt, Julius Schreiner, Wolfgang G. Schröter, Gert Schütze, Rainer Steussloff, Peter Thieme

    27.9.–15.12.2024

    Do-So: 10.00 – 17.00 Uhr

  • André Schinkel // Mondlabyrinth (Gedichte)

    19. 09. 2024
    19.00 Uhr
    Großer Saal

    Buchpremiere im Literaturhaus Halle

    Im dritten Band seiner „Gestirn“-Tetralogie, die mit „Löwenpanneau“ (2007) und „Bodenkunde“ (2017) in der ersten Hälfte vorliegt, hält André Schinkel von seinem irdischen Blickpunkt Ausschau nach den Himmelskörpern, die die Mitte umkreisen, die wiederum die Mitte der Mitten umkreist. „Mondlabyrinth“ spielt mit der Neuentdeckung wie der Wiederholung zugleich; es ist Expedition zu den Flüssen, die den Autor treiben, den Spiegel des Mondes im Blick … und zu den Spiegeln der Liebe, die durch die Höhen und Tiefen jeder Zeit geht. So ist diese Sammlung, die in vier je für sich lesbaren Kapiteln (besser: „Büchern“) über die Seiten mäandert und sich zuweilen zu Apo- und Hypogäen versteigt, selbst das Mondlabyrinth, das sie beschreibt.

    André Schinkel, geb. 1972 in Eilenburg, lebt in Halle. Ausbildung in der Landwirtschaft, Studium in Halle und Wernigerode, Magister in Germanistik und Archäologie. Autor, Lektor, Redakteur, Herausgeber seit 2005. Für sein Werk wurde er vielfach geehrt, Ende 2021 erhielt er die Dr. Manfred Jahrmarkt-Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung. Schinkel ist Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste seit 2018. Im Mitteldeutschen Verlag erschien zuletzt der Erzählband „Die Schönheit der Stadt, die ich verlasse“ (2022).

    Moderation: Ralf Meyer

     

    12.00 €
    9.00 € ermäßigt

     

     

  • André Schinkel // Mondlabyrinth (Gedichte)

    19. 09. 2024
    19.00 Uhr
    Großer Saal

    Buchpremiere im Literaturhaus Halle

    Im dritten Band seiner „Gestirn“-Tetralogie, die mit „Löwenpanneau“ (2007) und „Bodenkunde“ (2017) in der ersten Hälfte vorliegt, hält André Schinkel von seinem irdischen Blickpunkt Ausschau nach den Himmelskörpern, die die Mitte umkreisen, die wiederum die Mitte der Mitten umkreist. „Mondlabyrinth“ spielt mit der Neuentdeckung wie der Wiederholung zugleich; es ist Expedition zu den Flüssen, die den Autor treiben, den Spiegel des Mondes im Blick … und zu den Spiegeln der Liebe, die durch die Höhen und Tiefen jeder Zeit geht. So ist diese Sammlung, die in vier je für sich lesbaren Kapiteln (besser: „Büchern“) über die Seiten mäandert und sich zuweilen zu Apo- und Hypogäen versteigt, selbst das Mondlabyrinth, das sie beschreibt.

    André Schinkel, geb. 1972 in Eilenburg, lebt in Halle. Ausbildung in der Landwirtschaft, Studium in Halle und Wernigerode, Magister in Germanistik und Archäologie. Autor, Lektor, Redakteur, Herausgeber seit 2005. Für sein Werk wurde er vielfach geehrt, Ende 2021 erhielt er die Dr. Manfred Jahrmarkt-Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung. Schinkel ist Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste seit 2018. Im Mitteldeutschen Verlag erschien zuletzt der Erzählband „Die Schönheit der Stadt, die ich verlasse“ (2022).

    Moderation: Ralf Meyer

     

    12.00 €
    9.00 € ermäßigt

     

     

  • André Schinkel // Mondlabyrinth (Gedichte)

    19. 09. 2024
    19.00 Uhr
    Großer Saal

    Buchpremiere im Literaturhaus Halle

    Im dritten Band seiner „Gestirn“-Tetralogie, die mit „Löwenpanneau“ (2007) und „Bodenkunde“ (2017) in der ersten Hälfte vorliegt, hält André Schinkel von seinem irdischen Blickpunkt Ausschau nach den Himmelskörpern, die die Mitte umkreisen, die wiederum die Mitte der Mitten umkreist. „Mondlabyrinth“ spielt mit der Neuentdeckung wie der Wiederholung zugleich; es ist Expedition zu den Flüssen, die den Autor treiben, den Spiegel des Mondes im Blick … und zu den Spiegeln der Liebe, die durch die Höhen und Tiefen jeder Zeit geht. So ist diese Sammlung, die in vier je für sich lesbaren Kapiteln (besser: „Büchern“) über die Seiten mäandert und sich zuweilen zu Apo- und Hypogäen versteigt, selbst das Mondlabyrinth, das sie beschreibt.

    André Schinkel, geb. 1972 in Eilenburg, lebt in Halle. Ausbildung in der Landwirtschaft, Studium in Halle und Wernigerode, Magister in Germanistik und Archäologie. Autor, Lektor, Redakteur, Herausgeber seit 2005. Für sein Werk wurde er vielfach geehrt, Ende 2021 erhielt er die Dr. Manfred Jahrmarkt-Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung. Schinkel ist Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste seit 2018. Im Mitteldeutschen Verlag erschien zuletzt der Erzählband „Die Schönheit der Stadt, die ich verlasse“ (2022).

    Moderation: Ralf Meyer

     

    12.00 €
    9.00 € ermäßigt

     

     

  • Für T.O., von Nancy Jahns

    T.O. – das war für mich zunächst mündlich: Theo – natürlich, unprätentiös und nahbar. Später erst wurden mir die zwei Einzelbuchstaben des Namens offenbar.

    Unvergesslich für mich die von ihm kuratierte Annelies-Štrba-Ausstellung auf der Empore des noch „Turnhalle“ genannten Seitenflügels der Moritzburg in den 90er Jahren, oder auch „Die Zweite Avantgarde“, ebenfalls in der Moritzburg, 2007.

    Ich erinnere mich auch an eine wunderbare kleine Schau zu osteuropäischer Photographie in der ehemaligen Galerie Marktschlößchen, zu dieser Zeit bereits am Domplatz ansässig. Sie konnte dort gezeigt werden durch seine Vermittlung an Ulrich Zeiner …

    T.O. war ein profunder Kenner und für Halle eine Verbindungsfigur zur welt- und zeitweit verzweigten Photographie. Immer war er dafür unterwegs. – Er war auch steter Besucher der Ausstellungen, auch jener in der damaligen Galerie Raum HELLROT in Halle, die ich 2007 bis 2014 (mit meinem Kollegen Sven Großkreutz) betrieb. T.O. war einer der wenigen Mitarbeiter der Moritzburg Halle, die regelmäßig auch mit der hiesigen aktuellen Kunst-und Photo-Szene in Kontakt waren. Durch ihn konnten wir nicht zuletzt 2011 die Ausstellung von Walter Danz mit Archivabzügen aus der Photographischen Sammlung der Moritzburg zeigen. Durch eine Sichtung von durch T.O. ausgesuchten Teilen der Sammlung entdeckten wir dieses Kleinod – kaum bekannte und doch sehr feine und genau ausgeführte poetische Photographien. – Es war unkompliziert und großzügig, unserer Galerie das zu ermöglichen.

    T.O. war immer im Gespräch, immer in der Stadt, immer zu den Eröffnungen. Ehrlich und nachdenklich. Fragend. Ob im persönlichen Gespräch oder als Redner. Unvergesslich seine bedächtige, leise, heisere, manchmal fast nicht hörbare Stimme. Danke und Ade – T.O.

    Nancy Jahns, September 2024

  • Für T.O., von Nancy Jahns

    T.O. – das war für mich zunächst mündlich: Theo – natürlich, unprätentiös und nahbar. Später erst wurden mir die zwei Einzelbuchstaben des Namens offenbar.

    Unvergesslich für mich die von ihm kuratierte Annelies-Štrba-Ausstellung auf der Empore des noch „Turnhalle“ genannten Seitenflügels der Moritzburg in den 90er Jahren, oder auch „Die Zweite Avantgarde“, ebenfalls in der Moritzburg, 2007.

    Ich erinnere mich auch an eine wunderbare kleine Schau zu osteuropäischer Photographie in der ehemaligen Galerie Marktschlößchen, zu dieser Zeit bereits am Domplatz ansässig. Sie konnte dort gezeigt werden durch seine Vermittlung an Ulrich Zeiner …

    T.O. war ein profunder Kenner und für Halle eine Verbindungsfigur zur welt- und zeitweit verzweigten Photographie. Immer war er dafür unterwegs. – Er war auch steter Besucher der Ausstellungen, auch jener in der damaligen Galerie Raum HELLROT in Halle, die ich 2007 bis 2014 (mit meinem Kollegen Sven Großkreutz) betrieb. T.O. war einer der wenigen Mitarbeiter der Moritzburg Halle, die regelmäßig auch mit der hiesigen aktuellen Kunst-und Photo-Szene in Kontakt waren. Durch ihn konnten wir nicht zuletzt 2011 die Ausstellung von Walter Danz mit Archivabzügen aus der Photographischen Sammlung der Moritzburg zeigen. Durch eine Sichtung von durch T.O. ausgesuchten Teilen der Sammlung entdeckten wir dieses Kleinod – kaum bekannte und doch sehr feine und genau ausgeführte poetische Photographien. – Es war unkompliziert und großzügig, unserer Galerie das zu ermöglichen.

    T.O. war immer im Gespräch, immer in der Stadt, immer zu den Eröffnungen. Ehrlich und nachdenklich. Fragend. Ob im persönlichen Gespräch oder als Redner. Unvergesslich seine bedächtige, leise, heisere, manchmal fast nicht hörbare Stimme. Danke und Ade – T.O.

    Nancy Jahns, September 2024

  • Für T.O., von Nancy Jahns

    T.O. – das war für mich zunächst mündlich: Theo – natürlich, unprätentiös und nahbar. Später erst wurden mir die zwei Einzelbuchstaben des Namens offenbar.

    Unvergesslich für mich die von ihm kuratierte Annelies-Štrba-Ausstellung auf der Empore des noch „Turnhalle“ genannten Seitenflügels der Moritzburg in den 90er Jahren, oder auch „Die Zweite Avantgarde“, ebenfalls in der Moritzburg, 2007.

    Ich erinnere mich auch an eine wunderbare kleine Schau zu osteuropäischer Photographie in der ehemaligen Galerie Marktschlößchen, zu dieser Zeit bereits am Domplatz ansässig. Sie konnte dort gezeigt werden durch seine Vermittlung an Ulrich Zeiner …

    T.O. war ein profunder Kenner und für Halle eine Verbindungsfigur zur welt- und zeitweit verzweigten Photographie. Immer war er dafür unterwegs. – Er war auch steter Besucher der Ausstellungen, auch jener in der damaligen Galerie Raum HELLROT in Halle, die ich 2007 bis 2014 (mit meinem Kollegen Sven Großkreutz) betrieb. T.O. war einer der wenigen Mitarbeiter der Moritzburg Halle, die regelmäßig auch mit der hiesigen aktuellen Kunst-und Photo-Szene in Kontakt waren. Durch ihn konnten wir nicht zuletzt 2011 die Ausstellung von Walter Danz mit Archivabzügen aus der Photographischen Sammlung der Moritzburg zeigen. Durch eine Sichtung von durch T.O. ausgesuchten Teilen der Sammlung entdeckten wir dieses Kleinod – kaum bekannte und doch sehr feine und genau ausgeführte poetische Photographien. – Es war unkompliziert und großzügig, unserer Galerie das zu ermöglichen.

    T.O. war immer im Gespräch, immer in der Stadt, immer zu den Eröffnungen. Ehrlich und nachdenklich. Fragend. Ob im persönlichen Gespräch oder als Redner. Unvergesslich seine bedächtige, leise, heisere, manchmal fast nicht hörbare Stimme. Danke und Ade – T.O.

    Nancy Jahns, September 2024

  • T.O. Immisch, 1953–2024. Ein Nachruf von Maria Meinel

    Einer, der mit Seele sah

    Serendipity. Das war dein Lieblingswort. Unverhoffter Glücksfund. „Und zwar einer, aus dem man was macht!“, fügtest du immer fröhlich verschmitzt hinzu. So warst du, ein Macher. Mit Schalk und Ernst im Lächeln. Dich zu treffen, war ein solcher Glücksfund.

    Mitte der 1990er war das, bei einer Ausstellungseröffnung. Getroffen, geschwatzt, und das Funkeln im andern erkannt. Dann hab ich dich für ein paar Jahre aus den Augen verloren, war nach Spanien gezogen. Nach meiner Rückkehr traf ich dich wieder. 2004, beim Dachbodenfest einer Freundin. Ich erzählte dir von meinem steten Bedürfnis, Bilder mit Text zu verbinden. Dir fiel sofort eine „Spielwiese“ dafür ein: Die Rubrik „Ein Bild“ des Rundbriefs Fotografie. Ein Anruf. „Kritik der Starre“ wurde mein erster Essay zur Fotokunst; es war der Beginn unserer langjährigen Zusammenarbeit.

    Deine Art, die Dinge wahrzunehmen, war vertraut und überzeugend. Zuerst kommt das empathische Sehen, das unverstellte Wahrnehmen, dann erst das Einlassen auf Bildästhetik, Formensprache und fotohistorische Bezüge. Im einen wach, im andern kompromisslos. Mit Gespür fürs Gegenüber und mit Leidenschaft für die Sache. Von dir lernte ich. Gemeinsame Publikationen entstanden, wie der im Rahmen deiner langjährigen Tätigkeit als Kustos der Sammlung Fotografie am Kunstmuseum Moritzburg entstandene Band „Die Zweite Avantgarde. Das Fotoforum Kassel 1972-1982“ oder zuletzt die Werkausgabe zu Semjon Prosjak, dessen fotografischen Nachlass du gemeinsam mit René Schäffer retten und erschließen konntest.

    Du hattest ein Auge für das Besondere im Schlichten, das Ergreifende im Alltäglichen, die Verletzlichkeit hinter Rohem, die über die bloße Bildaussage hinausweist. Damit hast du viele erreicht und berührt. Wer deine Texte las und deinen Reden lauschte, verstand: Da war einer, der mit Seele sah.

    Auch für die Akademie der Künste Sachsen-Anhalt warst du eine unschätzbare Bereicherung mit deinem Wissen, deiner Begeisterungsfähigkeit und deiner Offenheit für neue Projekte, wie die von Moritz Götze vermittelte Leni-Sinclair-Ausstellung, die du kuratiertest. Internationale Photokunst in Halle an der Saale, dafür hast du gelebt. (Photographie schriebst du im Übrigen energisch „mit ph!“. Und deine Reden mit der Hand und in Cafés.)

    Wir werden dich vermissen, du großartiger Redner, feinsinniger Kritiker und profunder Kenner der Fotografiegeschichte.

    Ja, T.O., wir haben die Chance des Glücksfunds gut genutzt.

    Maria Meinel, 2. September 2024

     

    T.O. Immisch hatte Psychologie und Kunstgeschichte in Berlin und Halle studiert. 1987 bis 2018 war er Gründungskurator der Sammlung Fotografie am Kunstmuseum Moritzburg in Halle (Saale). Er war Ausstellungskurator, Autor und Herausgeber unzähliger Publikationen zur Photographie des Neuen Sehens, der ostdeutschen und osteuropäischen Photographie nach 1945 sowie der zeitgenössischen internationalen Photokunst. 2022 gründete er gemeinsam mit Mario Schneider und Stefanie Wiesel die Helle Kammer – Raum für Fotografie in Halle (Saale).

     

    Aus dem Netz:

    Nachruf von Manuela Winter und Thomas Bauer-Friedrich, Kunstmuseum Moritzburg
    Helle Kammer – Raum für Fotografie, Halle
    Nachruf von Katja Pausch in der MZ
    Abschied und Würdigung mit Audios von Eva Mahn und Thomas Bauer-Friedrich auf mdr.de