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  • Ein Buch für die Wand: Olaf Wegewitz und seine Cage-Interpretation ‚ASLSP leben Steine‘

    Ein Buch für die Wand: Olaf Wegewitz und seine Cage-Interpretation ‚ASLSP leben Steine‘

    Am 5. September wäre der Komponist und Fluxus-Künstler John Cage 112 Jahre alt geworden. Die Halberstädter John-Cage-Orgel-Stiftung lud aus diesem Anlass zu einer Publikumsveranstaltung in das dortige Cage-Haus ein. Als ein Hauptgast des Abends war Olaf Wegewitz geladen, um über sein dort ausgestelltes Kunstwerk ‚ASLSP leben Steine‘ zu sprechen.

    Fördervereinschef Jörg Spix zeigte sich als begrüßender Moderator sichtlich erfreut über das große Interesse im Saal, der bis auf den letzten Stuhl gefüllt war. Das Orgelprojekt in der Burchardi-Kirche locke mittlerweile 10.000 Besucher aus aller Welt nach Halberstadt – Tendenz wachsend. Zuletzt konnte man eine Schenkung von Tuschebildern aus einem Cage-Happenings in die wachsende Kunstsammlung des Hauses integrieren. Werk und die Gedankenwelt von Cage wolle man in Zukunft mit einer Cage-Academy in die Gesellschaft tragen.

    Olaf Wegewitz lebt unweit des Aufführungsortes von John Cages Orgelstück „Organ2/ASLSP“, das noch bis zum Jahr 2640 in Halberstadt erklingen soll. Mit der Musik von John Cage sei er schon in den 1970er Jahren in Leipzig in Berührung gekommen, berichtete der Künstler beim Talk auf dem Sofa.

     OW Im Gespraech flat

    Mit seiner Arbeit ‚ASLSP leben Steine‘ bezog sich Wegewitz unmittelbar auf das Langzeitstück und adaptierte für die bildnerische Umsetzung auch das Zufallsprinzip, mit dem Cage in der Partitur die Tonhöhen festlegte. Die Zeitsequenzen der musikalischen Komposition übertrug Wegewitz in räumliche Längen seiner Papierbögen, aus denen die Installation wandseitig besteht. Um das Langzeitprinzip „As SLow aS Possible“ auch für die visuelle Darstellung der Töne anzuwenden, entschied sich der Künstler, die Einzeltöne jeweils durch die Form eines Steines zu symbolisieren.  Jeden auf diese Weise dargestellten Stein sammelte er zuvor als Objekt, nummerierte und archivierte ihn sichtbar in einem Schaukasten als Teil des Kunstwerkes. Steine als älteste Artefakte der Landschaft schienen ihm am besten geeignet, der musikalischen Idee von Cage zu entsprechen, die Aufführungszeit so lang wie möglich zu dehnen. John Cage hatte sein Stück im Jahr 1985 ursprünglich für Piano komponiert und dafür ein Zufallsprogramm auf einem Computer genutzt. Olaf Wegewitz legte die Positionen der Steine mit Würfeln fest – auch das eine Interpretation von Langsamkeit.

    Wegewitz ist bekannt für Arbeiten, die sich mit dem Verhältnis von menschlicher Gesellschaft und er Natur beschäftigen. Sein wichtigstes Medium sind Künstlerbücher, von denen er bislang mehr als 180 geschaffen hat. Auch die Halberstädter Cage-Arbeit habe er als „Buch für die Wand“ geschaffen.

     ASLSP leben Steine Detail2

     

     

  • „Picea – Ein Requiem für die Fichte“, ein Feature von und mit Jörg Wunderlich

    2.10.2024
    19:00 Uhr
    Literaturhaus Halle, Grüner Salon

    Landesliteraturtage 2024 
    in Sachsen-Anhalt
    Feature von Jörg Wunderlich

    Der Wald steht braun und schweiget. Fichtenwald, abgestorben. Kein Vogel mehr, kein Rauschen des Windes in den Wipfeln. Überall in Deutschland, im Harz, im Thüringer Wald, im Schwarzwald verwandeln sich einst gesunde Wälder in Kahlschlagsflächen. Wo Hochwald Hirschen, Rehen, Damwild Schutz bot, nur noch Stümpfe, zerstörter Waldboden, Ödnis.

    Keine andere Baumart in Deutschland leidet so heftig unter dem Klimawandel wie picea abies, die Gemeine Fichte. Der Wirtschaftsbaum schlechthin, in Monokultur angebaut, einst ein Symbol der Nachhaltigkeit, mythisch aufgeladen, idealisiert und kulturell gleichsam überhöht wie unterschätzt. Im Angesicht von toten, braunen Bäumen trauert der Hallesche Autor Jörg Wunderlich um einen Verlust, der uns alle trifft: Wanderer, Touristen, Dorfbewohner und Waldbesitzer, Harzhexen und Geigenbauer, Forstwirte, Möbeltischler, Maiburschen. Wie werden die Wälder nach dem Zeitalter der Fichte aussehen?

    Ein Feature von und mit dem
    Autor Jörg Wunderlich
    Moderation: Tobias Barth

     

  • „Picea – Ein Requiem für die Fichte“, ein Feature von und mit Jörg Wunderlich

    2.10.2024
    19:00 Uhr
    Literaturhaus Halle, Grüner Salon

    Landesliteraturtage 2024 
    in Sachsen-Anhalt
    Feature von Jörg Wunderlich

    Der Wald steht braun und schweiget. Fichtenwald, abgestorben. Kein Vogel mehr, kein Rauschen des Windes in den Wipfeln. Überall in Deutschland, im Harz, im Thüringer Wald, im Schwarzwald verwandeln sich einst gesunde Wälder in Kahlschlagsflächen. Wo Hochwald Hirschen, Rehen, Damwild Schutz bot, nur noch Stümpfe, zerstörter Waldboden, Ödnis.

    Keine andere Baumart in Deutschland leidet so heftig unter dem Klimawandel wie picea abies, die Gemeine Fichte. Der Wirtschaftsbaum schlechthin, in Monokultur angebaut, einst ein Symbol der Nachhaltigkeit, mythisch aufgeladen, idealisiert und kulturell gleichsam überhöht wie unterschätzt. Im Angesicht von toten, braunen Bäumen trauert der Hallesche Autor Jörg Wunderlich um einen Verlust, der uns alle trifft: Wanderer, Touristen, Dorfbewohner und Waldbesitzer, Harzhexen und Geigenbauer, Forstwirte, Möbeltischler, Maiburschen. Wie werden die Wälder nach dem Zeitalter der Fichte aussehen?

    Ein Feature von und mit dem
    Autor Jörg Wunderlich
    Moderation: Tobias Barth

     

  • „Picea – Ein Requiem für die Fichte“, ein Feature von und mit Jörg Wunderlich

    2.10.2024
    19:00 Uhr
    Literaturhaus Halle, Grüner Salon

    Landesliteraturtage 2024 
    in Sachsen-Anhalt
    Feature von Jörg Wunderlich

    Der Wald steht braun und schweiget. Fichtenwald, abgestorben. Kein Vogel mehr, kein Rauschen des Windes in den Wipfeln. Überall in Deutschland, im Harz, im Thüringer Wald, im Schwarzwald verwandeln sich einst gesunde Wälder in Kahlschlagsflächen. Wo Hochwald Hirschen, Rehen, Damwild Schutz bot, nur noch Stümpfe, zerstörter Waldboden, Ödnis.

    Keine andere Baumart in Deutschland leidet so heftig unter dem Klimawandel wie picea abies, die Gemeine Fichte. Der Wirtschaftsbaum schlechthin, in Monokultur angebaut, einst ein Symbol der Nachhaltigkeit, mythisch aufgeladen, idealisiert und kulturell gleichsam überhöht wie unterschätzt. Im Angesicht von toten, braunen Bäumen trauert der Hallesche Autor Jörg Wunderlich um einen Verlust, der uns alle trifft: Wanderer, Touristen, Dorfbewohner und Waldbesitzer, Harzhexen und Geigenbauer, Forstwirte, Möbeltischler, Maiburschen. Wie werden die Wälder nach dem Zeitalter der Fichte aussehen?

    Ein Feature von und mit dem
    Autor Jörg Wunderlich
    Moderation: Tobias Barth

     

  • Literaturhaus Halle: Gläsernes Übersetzen und Poetisches Podium zu dritt

    30. 09. 2024
    18:00 und 19:00 Uhr

    Zwei Veranstaltungen unter dem Motto
    „Übersetzungskunst live“ im
    Literaturhaus Halle
    Großer Saal

    Auch in diesem Jahr beweisen vier Übersetzerinnen aus und um Halle am Internationalen Tag des Übersetzens, dass ihre Arbeit mehr ist, als einfach nur einen Text in einer anderen Sprache aufzuschreiben. Friederike Hofert arbeitet live an einem Anthologie-Großprojekt; Marie Alpermann, Maria Meinel und Anne Thomas beleuchten gemeinsam die vielen Facetten im Umgang mit Poesie in Prosa, Lyrik und Mündlichkeit.

    18:00-18:45: Lesung und Live-Übersetzung mit Friederike Hofert aus „Kinship. Belonging in a World of Relation“, hrsg. von Gavin Van Horn, Robin Wall Kimmerer und John Hausdoerffer, w_orten&meer, Winter 2024

    Biolog*innen, Geolog*innen, Soziolog*innen und andere beschreiben in den Essays und Gedichten dieses Sammelbandes, wie verwandt, verstrickt, verbunden alles und alle auf diesem Planeten sind und welche Handlungsaufforderungen sich daraus ergeben. In einer Lesung mit anschließender Live-Arbeit an einem der Texte stellt Friederike Hofert die Anthologie vor und lotet gemeinsam mit dem Publikum Möglichkeiten aus, um Stimmen, Sprachspiele, Naturbeobachtungen und Wissenschaftsdiskurse aus dem Englischen ins Deutsche zu übertragen.

    Moderation: Maria Meinel

     

    19:00-20:30: Poetisches Podium zu dritt.

    • lyrische Prosa: Marie Alpermann: Seit ich einen Schwan gekauft habe von Tanja Stupar Trifunović, eta Verlag 2024
    • poetische Mündlichkeit: Anne Thomas, Wolfshügel von Dimitri Rouchon-Borie, Lenos Verlag 2023
    • Lyrik und Prosa: Maria Meinel, Die nackte Welt. Eine Chronik mit Versen von Irina Mashinski, Elif Verlag 2024

     

    Seit ich einen Schwan gekauft habe · Tanja Stupar Trifunović
    Roman

    Aus dem Serbischen übersetzt von Marie Alpermann, erscheint im Herbst 2024, eta Verlag

    Poetisch und meisterhaft erzählt Tanja Stupar Trifunović eine Geschichte über die heimliche leidenschaftliche Liebe zwischen einer 20-jährigen und einer 45-jährigen Frau im heutigen Bosnien und Herzegowina. Die Protagonistinnen sind zerrissen zwischen Begierde und Vernunft, Zärtlichkeit und Wut. In hervorragenden Dialogen verdichtet sich die Erzählung über ihre komplexe Beziehung. Sie zeigt nicht nur die Kraft ihrer Anziehung, sondern auch die Kluft zwischen den Generationen. Ein nuancierter, gut komponierter und beeindruckender Roman über Liebe und Abschied.
    Tanja Stupar Trifunović (geboren 1977) ist Schriftstellerin, Literaturkritikerin und Redakteurin der Literaturzeitschrift Putevi. Sie schreibt Lyrik und Prosa. Der Schwerpunkt ihrer Literatur liegt auf feministischen Narrativen in patriarchalen Gesellschaften. Sie lebt in Banja Luka. Ihr erster Roman Die Uhren in Mutters Zimmer wurde 2016 mit dem Literaturpreis der Europäischen Union ausgezeichnet, 2021 erschien er beim eta Verlag in der Übersetzung von Elvira Veselinović.

     

    Wolfshügel · Dimitri Rouchon-Borie
    Roman

    Aus dem Französischen übersetzt von Anne Thomas, Lenos Verlag 2023

    Ein junger Häftling schreibt seine Bekenntnisse auf: Bis zum Schulalter lebt Duke verwahrlost mit seinen Geschwistern auf dem Wolfshügel. Seiner Lehrerin fällt bald auf, dass der scheue Junge brutal misshandelt wird. Er kommt zu Pflegeeltern. Doch nach einigen Jahren läuft er davon, durch Wälder bis ans Meer. Dort verliebt er sich in die drogenabhängige Billy und schliesst sich ihren Freunden an. Dukes brennender Wunsch, Billy und sein eigenes versehrtes Leben zu beschützen, wird ihm immer wieder zum Verhängnis. Der Dämon des Wolfshügels lässt ihn nicht los …
    Dimitri Rouchon-Bories vielbeachteter Roman wagt eine radikale Innensicht: Er erzählt in einer poetischen Mündlichkeit voller Emotionen von Dukes Ringen mit dem Bösen in sich. Tabulos offenbart er seine verlorene Kindheit, sein Leben voller Schmerz und Wut, aber auch Momente der Liebe und des Glücks.

     

    Die nackte Welt · Irina Mashinski
    Eine Chronik mit Versen. Gedichte & Prosa

    Aus dem Englischen übersetzt von Maria Meinel, Elif Verlag 2024

    Man kann Die nackte Welt auf nahezu jeder Seite aufschlagen und wird sehen: Irina Mashinski interessiert sich nicht nur für Geschichte, sondern auch für ihre Wirkung auf unsere Innenwelt, nicht nur für den Lauf der Zeit, sondern auch für deren Geheimnis. Wird nämlich ein Kind in ein totalitäres Land hineingeboren, zündet ein Vogel ein Streichholz. Mashinskis UdSSR ist eine Welt voller erinnerungsträchtiger Dinge – Wasserpumpen mit abplatzendem Lack, Tapetenmuster, Akkordeons. Eine Welt, in der Ironie eine Überlebensstrategie ist, Zärtlichkeit ist Medizin. Eine Welt des harten Realismus, die dennoch darum weiß, dass Jupiter rotiert, Saturn segelt und die menschlichen Schulterblätter Feuerruder sind. Die nackte Welt ist ein magisches Buch, eine Familiengeschichte über vier Generationen, in Versen erzählt und mit Berichten über Stalins Großen Terror der 1930er, weitschweifenden Betrachtungen und aufblitzenden Kindheitserinnerungen aus dem Tauwetter der 1960er und aus den 1970ern durchsetzt. Ilya Kaminsky

     
     
    Bildrechte: privat und Anja Grothe

     

  • Literaturhaus Halle: Gläsernes Übersetzen und Poetisches Podium zu dritt

    30. 09. 2024
    18:00 und 19:00 Uhr

    Zwei Veranstaltungen unter dem Motto
    „Übersetzungskunst live“ im
    Literaturhaus Halle
    Großer Saal

    Auch in diesem Jahr beweisen vier Übersetzerinnen aus und um Halle am Internationalen Tag des Übersetzens, dass ihre Arbeit mehr ist, als einfach nur einen Text in einer anderen Sprache aufzuschreiben. Friederike Hofert arbeitet live an einem Anthologie-Großprojekt; Marie Alpermann, Maria Meinel und Anne Thomas beleuchten gemeinsam die vielen Facetten im Umgang mit Poesie in Prosa, Lyrik und Mündlichkeit.

    18:00-18:45: Lesung und Live-Übersetzung mit Friederike Hofert aus „Kinship. Belonging in a World of Relation“, hrsg. von Gavin Van Horn, Robin Wall Kimmerer und John Hausdoerffer, w_orten&meer, Winter 2024

    Biolog*innen, Geolog*innen, Soziolog*innen und andere beschreiben in den Essays und Gedichten dieses Sammelbandes, wie verwandt, verstrickt, verbunden alles und alle auf diesem Planeten sind und welche Handlungsaufforderungen sich daraus ergeben. In einer Lesung mit anschließender Live-Arbeit an einem der Texte stellt Friederike Hofert die Anthologie vor und lotet gemeinsam mit dem Publikum Möglichkeiten aus, um Stimmen, Sprachspiele, Naturbeobachtungen und Wissenschaftsdiskurse aus dem Englischen ins Deutsche zu übertragen.

    Moderation: Maria Meinel

     

    19:00-20:30: Poetisches Podium zu dritt.

    • lyrische Prosa: Marie Alpermann: Seit ich einen Schwan gekauft habe von Tanja Stupar Trifunović, eta Verlag 2024
    • poetische Mündlichkeit: Anne Thomas, Wolfshügel von Dimitri Rouchon-Borie, Lenos Verlag 2023
    • Lyrik und Prosa: Maria Meinel, Die nackte Welt. Eine Chronik mit Versen von Irina Mashinski, Elif Verlag 2024

     

    Seit ich einen Schwan gekauft habe · Tanja Stupar Trifunović
    Roman

    Aus dem Serbischen übersetzt von Marie Alpermann, erscheint im Herbst 2024, eta Verlag

    Poetisch und meisterhaft erzählt Tanja Stupar Trifunović eine Geschichte über die heimliche leidenschaftliche Liebe zwischen einer 20-jährigen und einer 45-jährigen Frau im heutigen Bosnien und Herzegowina. Die Protagonistinnen sind zerrissen zwischen Begierde und Vernunft, Zärtlichkeit und Wut. In hervorragenden Dialogen verdichtet sich die Erzählung über ihre komplexe Beziehung. Sie zeigt nicht nur die Kraft ihrer Anziehung, sondern auch die Kluft zwischen den Generationen. Ein nuancierter, gut komponierter und beeindruckender Roman über Liebe und Abschied.
    Tanja Stupar Trifunović (geboren 1977) ist Schriftstellerin, Literaturkritikerin und Redakteurin der Literaturzeitschrift Putevi. Sie schreibt Lyrik und Prosa. Der Schwerpunkt ihrer Literatur liegt auf feministischen Narrativen in patriarchalen Gesellschaften. Sie lebt in Banja Luka. Ihr erster Roman Die Uhren in Mutters Zimmer wurde 2016 mit dem Literaturpreis der Europäischen Union ausgezeichnet, 2021 erschien er beim eta Verlag in der Übersetzung von Elvira Veselinović.

     

    Wolfshügel · Dimitri Rouchon-Borie
    Roman

    Aus dem Französischen übersetzt von Anne Thomas, Lenos Verlag 2023

    Ein junger Häftling schreibt seine Bekenntnisse auf: Bis zum Schulalter lebt Duke verwahrlost mit seinen Geschwistern auf dem Wolfshügel. Seiner Lehrerin fällt bald auf, dass der scheue Junge brutal misshandelt wird. Er kommt zu Pflegeeltern. Doch nach einigen Jahren läuft er davon, durch Wälder bis ans Meer. Dort verliebt er sich in die drogenabhängige Billy und schliesst sich ihren Freunden an. Dukes brennender Wunsch, Billy und sein eigenes versehrtes Leben zu beschützen, wird ihm immer wieder zum Verhängnis. Der Dämon des Wolfshügels lässt ihn nicht los …
    Dimitri Rouchon-Bories vielbeachteter Roman wagt eine radikale Innensicht: Er erzählt in einer poetischen Mündlichkeit voller Emotionen von Dukes Ringen mit dem Bösen in sich. Tabulos offenbart er seine verlorene Kindheit, sein Leben voller Schmerz und Wut, aber auch Momente der Liebe und des Glücks.

     

    Die nackte Welt · Irina Mashinski
    Eine Chronik mit Versen. Gedichte & Prosa

    Aus dem Englischen übersetzt von Maria Meinel, Elif Verlag 2024

    Man kann Die nackte Welt auf nahezu jeder Seite aufschlagen und wird sehen: Irina Mashinski interessiert sich nicht nur für Geschichte, sondern auch für ihre Wirkung auf unsere Innenwelt, nicht nur für den Lauf der Zeit, sondern auch für deren Geheimnis. Wird nämlich ein Kind in ein totalitäres Land hineingeboren, zündet ein Vogel ein Streichholz. Mashinskis UdSSR ist eine Welt voller erinnerungsträchtiger Dinge – Wasserpumpen mit abplatzendem Lack, Tapetenmuster, Akkordeons. Eine Welt, in der Ironie eine Überlebensstrategie ist, Zärtlichkeit ist Medizin. Eine Welt des harten Realismus, die dennoch darum weiß, dass Jupiter rotiert, Saturn segelt und die menschlichen Schulterblätter Feuerruder sind. Die nackte Welt ist ein magisches Buch, eine Familiengeschichte über vier Generationen, in Versen erzählt und mit Berichten über Stalins Großen Terror der 1930er, weitschweifenden Betrachtungen und aufblitzenden Kindheitserinnerungen aus dem Tauwetter der 1960er und aus den 1970ern durchsetzt. Ilya Kaminsky

     
     
    Bildrechte: privat und Anja Grothe

     

  • Literaturhaus Halle: Gläsernes Übersetzen und Poetisches Podium zu dritt

    30. 09. 2024
    18:00 und 19:00 Uhr

    Zwei Veranstaltungen unter dem Motto
    „Übersetzungskunst live“ im
    Literaturhaus Halle
    Großer Saal

    Auch in diesem Jahr beweisen vier Übersetzerinnen aus und um Halle am Internationalen Tag des Übersetzens, dass ihre Arbeit mehr ist, als einfach nur einen Text in einer anderen Sprache aufzuschreiben. Friederike Hofert arbeitet live an einem Anthologie-Großprojekt; Marie Alpermann, Maria Meinel und Anne Thomas beleuchten gemeinsam die vielen Facetten im Umgang mit Poesie in Prosa, Lyrik und Mündlichkeit.

    18:00-18:45: Lesung und Live-Übersetzung mit Friederike Hofert aus „Kinship. Belonging in a World of Relation“, hrsg. von Gavin Van Horn, Robin Wall Kimmerer und John Hausdoerffer, w_orten&meer, Winter 2024

    Biolog*innen, Geolog*innen, Soziolog*innen und andere beschreiben in den Essays und Gedichten dieses Sammelbandes, wie verwandt, verstrickt, verbunden alles und alle auf diesem Planeten sind und welche Handlungsaufforderungen sich daraus ergeben. In einer Lesung mit anschließender Live-Arbeit an einem der Texte stellt Friederike Hofert die Anthologie vor und lotet gemeinsam mit dem Publikum Möglichkeiten aus, um Stimmen, Sprachspiele, Naturbeobachtungen und Wissenschaftsdiskurse aus dem Englischen ins Deutsche zu übertragen.

    Moderation: Maria Meinel

     

    19:00-20:30: Poetisches Podium zu dritt.

    • lyrische Prosa: Marie Alpermann: Seit ich einen Schwan gekauft habe von Tanja Stupar Trifunović, eta Verlag 2024
    • poetische Mündlichkeit: Anne Thomas, Wolfshügel von Dimitri Rouchon-Borie, Lenos Verlag 2023
    • Lyrik und Prosa: Maria Meinel, Die nackte Welt. Eine Chronik mit Versen von Irina Mashinski, Elif Verlag 2024

     

    Seit ich einen Schwan gekauft habe · Tanja Stupar Trifunović
    Roman

    Aus dem Serbischen übersetzt von Marie Alpermann, erscheint im Herbst 2024, eta Verlag

    Poetisch und meisterhaft erzählt Tanja Stupar Trifunović eine Geschichte über die heimliche leidenschaftliche Liebe zwischen einer 20-jährigen und einer 45-jährigen Frau im heutigen Bosnien und Herzegowina. Die Protagonistinnen sind zerrissen zwischen Begierde und Vernunft, Zärtlichkeit und Wut. In hervorragenden Dialogen verdichtet sich die Erzählung über ihre komplexe Beziehung. Sie zeigt nicht nur die Kraft ihrer Anziehung, sondern auch die Kluft zwischen den Generationen. Ein nuancierter, gut komponierter und beeindruckender Roman über Liebe und Abschied.
    Tanja Stupar Trifunović (geboren 1977) ist Schriftstellerin, Literaturkritikerin und Redakteurin der Literaturzeitschrift Putevi. Sie schreibt Lyrik und Prosa. Der Schwerpunkt ihrer Literatur liegt auf feministischen Narrativen in patriarchalen Gesellschaften. Sie lebt in Banja Luka. Ihr erster Roman Die Uhren in Mutters Zimmer wurde 2016 mit dem Literaturpreis der Europäischen Union ausgezeichnet, 2021 erschien er beim eta Verlag in der Übersetzung von Elvira Veselinović.

     

    Wolfshügel · Dimitri Rouchon-Borie
    Roman

    Aus dem Französischen übersetzt von Anne Thomas, Lenos Verlag 2023

    Ein junger Häftling schreibt seine Bekenntnisse auf: Bis zum Schulalter lebt Duke verwahrlost mit seinen Geschwistern auf dem Wolfshügel. Seiner Lehrerin fällt bald auf, dass der scheue Junge brutal misshandelt wird. Er kommt zu Pflegeeltern. Doch nach einigen Jahren läuft er davon, durch Wälder bis ans Meer. Dort verliebt er sich in die drogenabhängige Billy und schliesst sich ihren Freunden an. Dukes brennender Wunsch, Billy und sein eigenes versehrtes Leben zu beschützen, wird ihm immer wieder zum Verhängnis. Der Dämon des Wolfshügels lässt ihn nicht los …
    Dimitri Rouchon-Bories vielbeachteter Roman wagt eine radikale Innensicht: Er erzählt in einer poetischen Mündlichkeit voller Emotionen von Dukes Ringen mit dem Bösen in sich. Tabulos offenbart er seine verlorene Kindheit, sein Leben voller Schmerz und Wut, aber auch Momente der Liebe und des Glücks.

     

    Die nackte Welt · Irina Mashinski
    Eine Chronik mit Versen. Gedichte & Prosa

    Aus dem Englischen übersetzt von Maria Meinel, Elif Verlag 2024

    Man kann Die nackte Welt auf nahezu jeder Seite aufschlagen und wird sehen: Irina Mashinski interessiert sich nicht nur für Geschichte, sondern auch für ihre Wirkung auf unsere Innenwelt, nicht nur für den Lauf der Zeit, sondern auch für deren Geheimnis. Wird nämlich ein Kind in ein totalitäres Land hineingeboren, zündet ein Vogel ein Streichholz. Mashinskis UdSSR ist eine Welt voller erinnerungsträchtiger Dinge – Wasserpumpen mit abplatzendem Lack, Tapetenmuster, Akkordeons. Eine Welt, in der Ironie eine Überlebensstrategie ist, Zärtlichkeit ist Medizin. Eine Welt des harten Realismus, die dennoch darum weiß, dass Jupiter rotiert, Saturn segelt und die menschlichen Schulterblätter Feuerruder sind. Die nackte Welt ist ein magisches Buch, eine Familiengeschichte über vier Generationen, in Versen erzählt und mit Berichten über Stalins Großen Terror der 1930er, weitschweifenden Betrachtungen und aufblitzenden Kindheitserinnerungen aus dem Tauwetter der 1960er und aus den 1970ern durchsetzt. Ilya Kaminsky

     
     
    Bildrechte: privat und Anja Grothe

     

  • BBK: #generell frisch 2024 im Kloster Ilsenburg

    28. 09. 2024
    15:00 Uhr

    Kloster Ilsenburg 
    Schloßstraße 26 
    38871 Ilsenburg

    Vernissage 
    Ab Herbst 2024 zeigt das Kulturwerk des BBK Sachsen-Anhalt im Kloster Ilsenburg die Ausstellung “generell frisch. Neue Mitglieder des BBK Sachsen-Anhalt”. Wir freuen uns auf die Kooperation mit der Stiftung Kloster Ilsenburg an einem traumhaften Ort mit besten Bedingungen für die zahlreichen Kunstwerke.

    Beteiligt sind 30 Künstler*innen, die 2021 und 2022 in den Berufsverband eingetreten sind:

    Christoph Ackermann | Anne Baumann | Simon Baumgart | Hermann Beneke | Leona Blum | Benjamin Borisch | Sabine Brauns | Mariella Gänsewig | Katharina Gahlert | Friederike von Hellermann | Rebecca Hilser | Anett Hoffmann | Fabian Jochen Kanzler | Valeria Karachentseva | Benjamin Kerwien | Wiebke Kirchner | Thomas Kober | Susanne Henny Kolp | Susanne Langbehn | Anne Merten | Mads Dahl Pedersen | Petra Reichenbach | Johannes Rudloff | Mario Schneider | Ana Streng | Marlen Tennigkeit | Marco Warmuth | Oscar Wippermann | Jakob Wolf | Zeyno

    29. 09. 2024 – 12. 01. 2025

  • BBK: #generell frisch 2024 im Kloster Ilsenburg

    28. 09. 2024
    15:00 Uhr

    Kloster Ilsenburg 
    Schloßstraße 26 
    38871 Ilsenburg

    Vernissage 
    Ab Herbst 2024 zeigt das Kulturwerk des BBK Sachsen-Anhalt im Kloster Ilsenburg die Ausstellung “generell frisch. Neue Mitglieder des BBK Sachsen-Anhalt”. Wir freuen uns auf die Kooperation mit der Stiftung Kloster Ilsenburg an einem traumhaften Ort mit besten Bedingungen für die zahlreichen Kunstwerke.

    Beteiligt sind 30 Künstler*innen, die 2021 und 2022 in den Berufsverband eingetreten sind:

    Christoph Ackermann | Anne Baumann | Simon Baumgart | Hermann Beneke | Leona Blum | Benjamin Borisch | Sabine Brauns | Mariella Gänsewig | Katharina Gahlert | Friederike von Hellermann | Rebecca Hilser | Anett Hoffmann | Fabian Jochen Kanzler | Valeria Karachentseva | Benjamin Kerwien | Wiebke Kirchner | Thomas Kober | Susanne Henny Kolp | Susanne Langbehn | Anne Merten | Mads Dahl Pedersen | Petra Reichenbach | Johannes Rudloff | Mario Schneider | Ana Streng | Marlen Tennigkeit | Marco Warmuth | Oscar Wippermann | Jakob Wolf | Zeyno

    29. 09. 2024 – 12. 01. 2025

  • BBK: #generell frisch 2024 im Kloster Ilsenburg

    28. 09. 2024
    15:00 Uhr

    Kloster Ilsenburg 
    Schloßstraße 26 
    38871 Ilsenburg

    Vernissage 
    Ab Herbst 2024 zeigt das Kulturwerk des BBK Sachsen-Anhalt im Kloster Ilsenburg die Ausstellung “generell frisch. Neue Mitglieder des BBK Sachsen-Anhalt”. Wir freuen uns auf die Kooperation mit der Stiftung Kloster Ilsenburg an einem traumhaften Ort mit besten Bedingungen für die zahlreichen Kunstwerke.

    Beteiligt sind 30 Künstler*innen, die 2021 und 2022 in den Berufsverband eingetreten sind:

    Christoph Ackermann | Anne Baumann | Simon Baumgart | Hermann Beneke | Leona Blum | Benjamin Borisch | Sabine Brauns | Mariella Gänsewig | Katharina Gahlert | Friederike von Hellermann | Rebecca Hilser | Anett Hoffmann | Fabian Jochen Kanzler | Valeria Karachentseva | Benjamin Kerwien | Wiebke Kirchner | Thomas Kober | Susanne Henny Kolp | Susanne Langbehn | Anne Merten | Mads Dahl Pedersen | Petra Reichenbach | Johannes Rudloff | Mario Schneider | Ana Streng | Marlen Tennigkeit | Marco Warmuth | Oscar Wippermann | Jakob Wolf | Zeyno

    29. 09. 2024 – 12. 01. 2025