26. Mai 2023. Installation mit Projektion, Video, Sound, Gipsen, Objekten, Zeichnungen, Foto und Drucken von Wieland Krause in Dresden
Fotos: © Andreas Seeliger
26. Mai 2023. Installation mit Projektion, Video, Sound, Gipsen, Objekten, Zeichnungen, Foto und Drucken von Wieland Krause in Dresden
Fotos: © Andreas Seeliger
26. Mai 2023. Installation mit Projektion, Video, Sound, Gipsen, Objekten, Zeichnungen, Foto und Drucken von Wieland Krause in Dresden
Fotos: © Andreas Seeliger
4. Mai 2023, 19.30 Uhr
Vernissage
KINGKONKRET
Eine Ausstellung im Forum Gestaltung Magdeburg
Brandenburger Straße 10
D-39104 Magdeburg
www.forum-gestaltung.de
Vom 05. 05. bis 20. 08. 2023
Mit musikalischer Umrahmung von Wolfgang Heisig (Lübben) auf der Phonola
Foto: Kingkonkret
Die Künstlergruppe, die sich am 28. Juni 2017 „punkt 19 Uhr“ in Leipzig gründete, besteht aus sechs Künstlern, die trotz vieler Gemeinsamkeiten sehr eigene Wege gehen: Knut Müller, Dirk Richter, Ingrid Sperrle, Frank Tangermann, Susanne Werden, Gerhard Pichler
„Konstruktiv/konkrete Kunst gegen den Mainstream“
„Es ist erstaunlich“, schrieb Claus Baumann vor einiger Zeit in den Leipziger Blättern, „dass eine von »realistisch–figürlicher Malerei und Grafik« dominierte Stadt (Stichwort Leipziger Schule) Künstlerinnen und Künstler hervorbringt, die sich mit der dazugehörigen Konsequenz und gegen den Mainstream (also in Kauf nehmend, dass man meist nur schwer davon leben kann) mit konstruktiv/konkreter Kunst befassen. Ein Phänomen? Oder der Beweis für die zwingende Kraft dieser Kunst und den Pioniergeist ihrer Künstler. Da geschieht tatsächlich Neues.“ Er zielte mit dieser Äußerung auch auf die Künstlergruppe KingKonkret, die nach Leipzig, Dresden, Nürnberg und Essen mit ihren Werken nun erstmals in Magdeburg zu sehen sein wird und jenes etwas erstarrte Bild der Kunststadt Leipzig auf eindrucksvolle Art in Bewegung bringt.
Die Gruppe, die sich am 28. Juni 2017 „punkt 19 Uhr“ in Leipzig gründete besteht aus sechs Künstlern, die trotz vieler Gemeinsamkeiten sehr eigene Wege gehen. Der Maler und Grafiker Knut Müller pendelt zwischen bildender Kunst und Musik, denn er ist in gleicher Weise Komponist. Dirk Richter arbeitet vornehmlich skulptural und bezieht seine Formanregungen aus der Natur. Ingrid Sperrle arbeitet im „Spannungsfeld von Minimalform und organischem Wachstum“, indem Sie Rost in ihre textilen Arbeiten als quasi lebendiges Gestaltungsmittel einbezieht. Frank Tangermann schafft meditative, auf wechselnden geometrischen Rastern beruhende Bildsequenzen, während Susanne Werdin, deren Arbeiten ebenfalls auf geometrischen Formen beruhen ihre Arbeiten doch „als eine Art „Abbild“ universeller Geschehnisse“ begreift. Gerhard Wichler wiederum ist so etwas wie ein Formforscher, in seinen Arbeiten pendelnd zwischen „Abstraktion und Gegenstandsbezug, Ordnung und Unordnung.“
KINGKONKRET
Wir verstehen uns als eine Vereinigung von Kunstschaffenden, die sich der ungegenständlichen Malerei, Grafik und/oder Plastik verschrieben haben. Was uns verbindet, ist das konstruktiv-konkrete Erscheinungsbild unserer Arbeiten. Doch gibt es Unterschiede in den Ansätzen und Herangehensweisen. Der Dialog dieser unterschiedlichen Positionen intensiviert und mobilisiert unsere Arbeit und lässt durch die Gegenüberstellung neue Kontexte und Gewichtungen entstehen. So ist für Knut Müller das Komponieren ein sich wechselseitig beeinflussender Prozess in verschiedenen Sprachen und Wahrnehmungsbereichen: nämlich denen der Musik, der Computerkunst und der Malerei/Grafik. Die räumlichen und grafischen Konstruktionen von Dirk Richter sind von der Anschauung des organischen Formvokabulars in der Natur geprägt, dem er eine konstruierte Entsprechung gegenüberstellt. Die Arbeiten von Ingrid Sperrle sind geprägt von der Lebendigkeit des scheinbar Anorganischen, das sich – z. B. in Form von Oxydationen – in den klaren Grenzen konkreter Ordnung bewegt. Für Frank Tangermann verbinden sich Inspiration, Schaffensprozess und schließlich auch die Wirkung seiner Werke in der meditativen Zentrierung auf das Hier und Jetzt. Susanne Werdin konstruiert mit den Formen des Sichtbaren ihr Erleben nicht sichtbarer und scheinbar universeller Geschehnisse. Gerhard Wichler entwickelt mit zum Teil spielerischen Mitteln minimalistisch-grafische Systeme, deren Eigenleben über die Klarheit seiner ästhetischen Anordnungen hinausweist. Als Leipziger Künstlergruppe möchten wir uns mit diesem Spektrum des aktuellen konstruktiv-konkreten Schaffens in den internationalen Kontext stellen.
4. Mai 2023, 19.30 Uhr
Vernissage
KINGKONKRET
Eine Ausstellung im Forum Gestaltung Magdeburg
Brandenburger Straße 10
D-39104 Magdeburg
www.forum-gestaltung.de
Vom 05. 05. bis 20. 08. 2023
Mit musikalischer Umrahmung von Wolfgang Heisig (Lübben) auf der Phonola
Foto: Kingkonkret
Die Künstlergruppe, die sich am 28. Juni 2017 „punkt 19 Uhr“ in Leipzig gründete, besteht aus sechs Künstlern, die trotz vieler Gemeinsamkeiten sehr eigene Wege gehen: Knut Müller, Dirk Richter, Ingrid Sperrle, Frank Tangermann, Susanne Werden, Gerhard Pichler
„Konstruktiv/konkrete Kunst gegen den Mainstream“
„Es ist erstaunlich“, schrieb Claus Baumann vor einiger Zeit in den Leipziger Blättern, „dass eine von »realistisch–figürlicher Malerei und Grafik« dominierte Stadt (Stichwort Leipziger Schule) Künstlerinnen und Künstler hervorbringt, die sich mit der dazugehörigen Konsequenz und gegen den Mainstream (also in Kauf nehmend, dass man meist nur schwer davon leben kann) mit konstruktiv/konkreter Kunst befassen. Ein Phänomen? Oder der Beweis für die zwingende Kraft dieser Kunst und den Pioniergeist ihrer Künstler. Da geschieht tatsächlich Neues.“ Er zielte mit dieser Äußerung auch auf die Künstlergruppe KingKonkret, die nach Leipzig, Dresden, Nürnberg und Essen mit ihren Werken nun erstmals in Magdeburg zu sehen sein wird und jenes etwas erstarrte Bild der Kunststadt Leipzig auf eindrucksvolle Art in Bewegung bringt.
Die Gruppe, die sich am 28. Juni 2017 „punkt 19 Uhr“ in Leipzig gründete besteht aus sechs Künstlern, die trotz vieler Gemeinsamkeiten sehr eigene Wege gehen. Der Maler und Grafiker Knut Müller pendelt zwischen bildender Kunst und Musik, denn er ist in gleicher Weise Komponist. Dirk Richter arbeitet vornehmlich skulptural und bezieht seine Formanregungen aus der Natur. Ingrid Sperrle arbeitet im „Spannungsfeld von Minimalform und organischem Wachstum“, indem Sie Rost in ihre textilen Arbeiten als quasi lebendiges Gestaltungsmittel einbezieht. Frank Tangermann schafft meditative, auf wechselnden geometrischen Rastern beruhende Bildsequenzen, während Susanne Werdin, deren Arbeiten ebenfalls auf geometrischen Formen beruhen ihre Arbeiten doch „als eine Art „Abbild“ universeller Geschehnisse“ begreift. Gerhard Wichler wiederum ist so etwas wie ein Formforscher, in seinen Arbeiten pendelnd zwischen „Abstraktion und Gegenstandsbezug, Ordnung und Unordnung.“
KINGKONKRET
Wir verstehen uns als eine Vereinigung von Kunstschaffenden, die sich der ungegenständlichen Malerei, Grafik und/oder Plastik verschrieben haben. Was uns verbindet, ist das konstruktiv-konkrete Erscheinungsbild unserer Arbeiten. Doch gibt es Unterschiede in den Ansätzen und Herangehensweisen. Der Dialog dieser unterschiedlichen Positionen intensiviert und mobilisiert unsere Arbeit und lässt durch die Gegenüberstellung neue Kontexte und Gewichtungen entstehen. So ist für Knut Müller das Komponieren ein sich wechselseitig beeinflussender Prozess in verschiedenen Sprachen und Wahrnehmungsbereichen: nämlich denen der Musik, der Computerkunst und der Malerei/Grafik. Die räumlichen und grafischen Konstruktionen von Dirk Richter sind von der Anschauung des organischen Formvokabulars in der Natur geprägt, dem er eine konstruierte Entsprechung gegenüberstellt. Die Arbeiten von Ingrid Sperrle sind geprägt von der Lebendigkeit des scheinbar Anorganischen, das sich – z. B. in Form von Oxydationen – in den klaren Grenzen konkreter Ordnung bewegt. Für Frank Tangermann verbinden sich Inspiration, Schaffensprozess und schließlich auch die Wirkung seiner Werke in der meditativen Zentrierung auf das Hier und Jetzt. Susanne Werdin konstruiert mit den Formen des Sichtbaren ihr Erleben nicht sichtbarer und scheinbar universeller Geschehnisse. Gerhard Wichler entwickelt mit zum Teil spielerischen Mitteln minimalistisch-grafische Systeme, deren Eigenleben über die Klarheit seiner ästhetischen Anordnungen hinausweist. Als Leipziger Künstlergruppe möchten wir uns mit diesem Spektrum des aktuellen konstruktiv-konkreten Schaffens in den internationalen Kontext stellen.
4. Mai 2023, 19.30 Uhr
Vernissage
KINGKONKRET
Eine Ausstellung im Forum Gestaltung Magdeburg
Brandenburger Straße 10
D-39104 Magdeburg
www.forum-gestaltung.de
Vom 05. 05. bis 20. 08. 2023
Mit musikalischer Umrahmung von Wolfgang Heisig (Lübben) auf der Phonola
Foto: Kingkonkret
Die Künstlergruppe, die sich am 28. Juni 2017 „punkt 19 Uhr“ in Leipzig gründete, besteht aus sechs Künstlern, die trotz vieler Gemeinsamkeiten sehr eigene Wege gehen: Knut Müller, Dirk Richter, Ingrid Sperrle, Frank Tangermann, Susanne Werden, Gerhard Pichler
„Konstruktiv/konkrete Kunst gegen den Mainstream“
„Es ist erstaunlich“, schrieb Claus Baumann vor einiger Zeit in den Leipziger Blättern, „dass eine von »realistisch–figürlicher Malerei und Grafik« dominierte Stadt (Stichwort Leipziger Schule) Künstlerinnen und Künstler hervorbringt, die sich mit der dazugehörigen Konsequenz und gegen den Mainstream (also in Kauf nehmend, dass man meist nur schwer davon leben kann) mit konstruktiv/konkreter Kunst befassen. Ein Phänomen? Oder der Beweis für die zwingende Kraft dieser Kunst und den Pioniergeist ihrer Künstler. Da geschieht tatsächlich Neues.“ Er zielte mit dieser Äußerung auch auf die Künstlergruppe KingKonkret, die nach Leipzig, Dresden, Nürnberg und Essen mit ihren Werken nun erstmals in Magdeburg zu sehen sein wird und jenes etwas erstarrte Bild der Kunststadt Leipzig auf eindrucksvolle Art in Bewegung bringt.
Die Gruppe, die sich am 28. Juni 2017 „punkt 19 Uhr“ in Leipzig gründete besteht aus sechs Künstlern, die trotz vieler Gemeinsamkeiten sehr eigene Wege gehen. Der Maler und Grafiker Knut Müller pendelt zwischen bildender Kunst und Musik, denn er ist in gleicher Weise Komponist. Dirk Richter arbeitet vornehmlich skulptural und bezieht seine Formanregungen aus der Natur. Ingrid Sperrle arbeitet im „Spannungsfeld von Minimalform und organischem Wachstum“, indem Sie Rost in ihre textilen Arbeiten als quasi lebendiges Gestaltungsmittel einbezieht. Frank Tangermann schafft meditative, auf wechselnden geometrischen Rastern beruhende Bildsequenzen, während Susanne Werdin, deren Arbeiten ebenfalls auf geometrischen Formen beruhen ihre Arbeiten doch „als eine Art „Abbild“ universeller Geschehnisse“ begreift. Gerhard Wichler wiederum ist so etwas wie ein Formforscher, in seinen Arbeiten pendelnd zwischen „Abstraktion und Gegenstandsbezug, Ordnung und Unordnung.“
KINGKONKRET
Wir verstehen uns als eine Vereinigung von Kunstschaffenden, die sich der ungegenständlichen Malerei, Grafik und/oder Plastik verschrieben haben. Was uns verbindet, ist das konstruktiv-konkrete Erscheinungsbild unserer Arbeiten. Doch gibt es Unterschiede in den Ansätzen und Herangehensweisen. Der Dialog dieser unterschiedlichen Positionen intensiviert und mobilisiert unsere Arbeit und lässt durch die Gegenüberstellung neue Kontexte und Gewichtungen entstehen. So ist für Knut Müller das Komponieren ein sich wechselseitig beeinflussender Prozess in verschiedenen Sprachen und Wahrnehmungsbereichen: nämlich denen der Musik, der Computerkunst und der Malerei/Grafik. Die räumlichen und grafischen Konstruktionen von Dirk Richter sind von der Anschauung des organischen Formvokabulars in der Natur geprägt, dem er eine konstruierte Entsprechung gegenüberstellt. Die Arbeiten von Ingrid Sperrle sind geprägt von der Lebendigkeit des scheinbar Anorganischen, das sich – z. B. in Form von Oxydationen – in den klaren Grenzen konkreter Ordnung bewegt. Für Frank Tangermann verbinden sich Inspiration, Schaffensprozess und schließlich auch die Wirkung seiner Werke in der meditativen Zentrierung auf das Hier und Jetzt. Susanne Werdin konstruiert mit den Formen des Sichtbaren ihr Erleben nicht sichtbarer und scheinbar universeller Geschehnisse. Gerhard Wichler entwickelt mit zum Teil spielerischen Mitteln minimalistisch-grafische Systeme, deren Eigenleben über die Klarheit seiner ästhetischen Anordnungen hinausweist. Als Leipziger Künstlergruppe möchten wir uns mit diesem Spektrum des aktuellen konstruktiv-konkreten Schaffens in den internationalen Kontext stellen.
31.03. – 19.05. 2023. Eindrücke von der Eröffnung der Ausstellung Olaf Wegewitz // QUERWANDERUNG 51. Breitengrad
Olaf Wegewitz‘ Arbeit ist der Natur und der Landschaft gewidmet. Sein künstlerisches Tagwerk, seine Gedanken, sein tägliches Leben kreisen um die eine Frage: Wie kann sich der Umgang des Menschen mit der naturgegebenen Welt in Achtung und Verantwortung vollziehen. Als Künstler setzt Olaf Wegewitz diese Auseinandersetzung zeichnerisch und malerisch um in Büchern, Objekten, Mappen und Texten.
Zweimal durchquerte Olaf Wegewitz in den letzten Jahren Deutschland zu Fuß, entlang des 11. Längengrades zwischen Fehmarn und der Zugspitze im Jahr 2009 und entlang des 51. Breitengrades zwischen Geilenkirchen und Görlitz im Jahr 2012. Zu letzterer Wanderung entstand ein 2 x 4 Meter großes Buch mit gemalten Reflexionen dieser Wanderung. Dieses Buch bildet das Zentrum der Dresdner Ausstellung neben weiteren Rollenbildern, Zeichnungen und Buchobjekten.
Galerie Adlergasse, Wachsbleichstraße 4a, 01067 Dresden
31.03. – 19.05. 2023
Öffnungszeiten: Mo – Fr 16 – 19 Uhr & Mo + Do 10 – 13 Uhr http://www.riesa-efau.de
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31.03. – 19.05. 2023. Eindrücke von der Eröffnung der Ausstellung Olaf Wegewitz // QUERWANDERUNG 51. Breitengrad
Olaf Wegewitz‘ Arbeit ist der Natur und der Landschaft gewidmet. Sein künstlerisches Tagwerk, seine Gedanken, sein tägliches Leben kreisen um die eine Frage: Wie kann sich der Umgang des Menschen mit der naturgegebenen Welt in Achtung und Verantwortung vollziehen. Als Künstler setzt Olaf Wegewitz diese Auseinandersetzung zeichnerisch und malerisch um in Büchern, Objekten, Mappen und Texten.
Zweimal durchquerte Olaf Wegewitz in den letzten Jahren Deutschland zu Fuß, entlang des 11. Längengrades zwischen Fehmarn und der Zugspitze im Jahr 2009 und entlang des 51. Breitengrades zwischen Geilenkirchen und Görlitz im Jahr 2012. Zu letzterer Wanderung entstand ein 2 x 4 Meter großes Buch mit gemalten Reflexionen dieser Wanderung. Dieses Buch bildet das Zentrum der Dresdner Ausstellung neben weiteren Rollenbildern, Zeichnungen und Buchobjekten.
Galerie Adlergasse, Wachsbleichstraße 4a, 01067 Dresden
31.03. – 19.05. 2023
Öffnungszeiten: Mo – Fr 16 – 19 Uhr & Mo + Do 10 – 13 Uhr http://www.riesa-efau.de
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31.03. – 19.05. 2023. Eindrücke von der Eröffnung der Ausstellung Olaf Wegewitz // QUERWANDERUNG 51. Breitengrad
Olaf Wegewitz‘ Arbeit ist der Natur und der Landschaft gewidmet. Sein künstlerisches Tagwerk, seine Gedanken, sein tägliches Leben kreisen um die eine Frage: Wie kann sich der Umgang des Menschen mit der naturgegebenen Welt in Achtung und Verantwortung vollziehen. Als Künstler setzt Olaf Wegewitz diese Auseinandersetzung zeichnerisch und malerisch um in Büchern, Objekten, Mappen und Texten.
Zweimal durchquerte Olaf Wegewitz in den letzten Jahren Deutschland zu Fuß, entlang des 11. Längengrades zwischen Fehmarn und der Zugspitze im Jahr 2009 und entlang des 51. Breitengrades zwischen Geilenkirchen und Görlitz im Jahr 2012. Zu letzterer Wanderung entstand ein 2 x 4 Meter großes Buch mit gemalten Reflexionen dieser Wanderung. Dieses Buch bildet das Zentrum der Dresdner Ausstellung neben weiteren Rollenbildern, Zeichnungen und Buchobjekten.
Galerie Adlergasse, Wachsbleichstraße 4a, 01067 Dresden
31.03. – 19.05. 2023
Öffnungszeiten: Mo – Fr 16 – 19 Uhr & Mo + Do 10 – 13 Uhr http://www.riesa-efau.de
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29. November 2022.
Die eintretende Katastrophe machte sich zunächst durch abrupte Stille bemerkbar. Urplötzlich verstummte die Taiga, dann erschien eine blendend helle Feuersäule am Himmel, bis zu 500 Kilometer weit sichtbar und von ungeheurer Explosivkraft. Druckwellen und Flammen verwüsteten ein riesiges Gebiet, knickten Millionen von Bäumen wie Streichhölzer. Seismische Erschütterungen waren weltweit messbar, Staub trübte die Atmosphäre global. Und der Himmel über den Metropolen Europas wurde noch mehrere Nächte lang von gespenstischem Licht illuminiert. Das, was da im menschenleeren Sumpfgebiet Sibiriens vor 114 Jahren explodierte, hinterließ neben einer planierten Fläche von der Größe des Saarlandes vor allem auch viele Rätsel, Fragen und Widersprüche. Bis heute konnte die genaue Ursache nicht schlüssig geklärt werden.
Stille auch im abgedunkelten Theaterraum. Eben noch hatte ein minutenlanger Sprechchor die Bühne erfüllt. Sequenziell vorgetragener Text manifestierte sich in rhythmischen Passagen, kollektive Reflektionen über ein mythisch gewordenes Naturereignis entfaltend.
Doch dann ein dramaturgischer Nullpunkt: Kein Protagonist, kein Antagonist, kein Konflikt für eine Spielhandlung. Fünf Akteure stehen auf der Bühne, zücken ihre Instrumente und zeigen sich bereit ins unerforschte Offene zu gehen.
Indem das eingegangene künstlerische Risiko dieser experimentellen Theaterproduktion freigelegt wird, holen Regisseur Silvio Beck und das Ensemble ihr Publikum ab und begeben sich mit ihm auf Augenhöhe. Wir inszenieren hier keine Mystery-Doku und imitieren keinen apokalyptischen Blockbuster; wir erklären hier nicht die Welt, sondern sitzen fragend mit Euch im selben Boot, machen Theater auch übers Theatermachen. Brecht hätte vielleicht einen Vorhang hereingerollt, auf dem stehen könnte: Glotzt nicht so postfaktisch.
Es beginnt eine performative Reise, zunächst auf den Spuren der ersten sowjetischen Expedition zum Katastrophengebiet im Jahr 1927. Dann wird die hölzerne Expeditionshütte zum Schiff durch die Zeit, zum Klanginstrument, zur rotierenden Welt. Raumgreifend dynamisch und vielschichtig assoziativ geht es hinein ins Zentrum heutiger Debatten: Wo genau ist eigentlich der Punkt an dem berechtigte Hypothesen zu absurden Fiktionen mutieren, bei denen das Wort Narration nur noch von Narr abgeleitet scheint? Spürbar atmosphärisch verwandelt sich der Bühnenraum in eine Platonsche Höhle, an deren Wänden die undeutbaren Schatten flimmern. Müssen wir uns – in dieser Höhle gefangen und mit Schrödingers Katze auf dem Schoß am Ende mit dem Unbegreiflichen arrangieren? Und was hält es für uns bereit? Tarkowski oder Stanley Kubrick lassen schön grüßen.
Eine der Grundlagen für die neue Produktion des Theater AGGREGATE war der fiktive philosophische Disput „Tunguska oder Das Ende der Natur“ von Michael Hampe. Weiterhin flossen Expeditionsberichte und Erzählungen von Augenzeugen der sibirischen Ureinwohner vom Volk der Evenken ein. Der Bühnentext entstand in einer gemeinsamen Schreibwerkstatt mit dem Schweizer Theaterautor Andreas Sauter und wurde zusammen mit den Darstellern szenisch weiterentwickelt. Auch in ein Klanglabor hatte sich Regisseur Silvio Beck im Vorfeld begeben, um dort mit dem Künstler Wieland Krause geeignete Sounds für das Stück zu erzeugen. Diese fügten sich nahtlos mit dem minimalistischen Bühnenbild zu einem organischen Ganzen. Das Ergebnis ist kurzweilig-frisches Werkstatttheater auf der Höhe der Zeit, aber gänzlich ohne Agit-Prop. Ein Tipp also für all diejenigen, die dem Adventsbetrieb zumindest stundenweise entkommen möchten.
Produktive spartenübergreifende Partnerschaften zwischen einzelnen Künstlern und Ensembles gehören zu den großen Stärken der freien professionellen Theaterszene. Diese besitzt mit dem WUK Theater Quartier in Halle eine lebendige Spielstätte. Erstmals übergab das WUK nun für die Dauer einer kleinen Spielzeit auch gleich das Programm ganz in die Hände eines Gastensembles. Neben TUNGUSKA werden im Dezember unter der Verantwortung von Theater AGGREGATE auch ein zeitgenössischer Hanns Eisler – Liederabend für E-Gitarre und Gesang sowie eine Soundperformance der Künstlergruppe 4+2 STEREO aufgeführt.
Jörg Wunderlich
(erschienen in der MItteldeutschen Zeitung vom 29. 11. 2022 )


29. November 2022.
Die eintretende Katastrophe machte sich zunächst durch abrupte Stille bemerkbar. Urplötzlich verstummte die Taiga, dann erschien eine blendend helle Feuersäule am Himmel, bis zu 500 Kilometer weit sichtbar und von ungeheurer Explosivkraft. Druckwellen und Flammen verwüsteten ein riesiges Gebiet, knickten Millionen von Bäumen wie Streichhölzer. Seismische Erschütterungen waren weltweit messbar, Staub trübte die Atmosphäre global. Und der Himmel über den Metropolen Europas wurde noch mehrere Nächte lang von gespenstischem Licht illuminiert. Das, was da im menschenleeren Sumpfgebiet Sibiriens vor 114 Jahren explodierte, hinterließ neben einer planierten Fläche von der Größe des Saarlandes vor allem auch viele Rätsel, Fragen und Widersprüche. Bis heute konnte die genaue Ursache nicht schlüssig geklärt werden.
Stille auch im abgedunkelten Theaterraum. Eben noch hatte ein minutenlanger Sprechchor die Bühne erfüllt. Sequenziell vorgetragener Text manifestierte sich in rhythmischen Passagen, kollektive Reflektionen über ein mythisch gewordenes Naturereignis entfaltend.
Doch dann ein dramaturgischer Nullpunkt: Kein Protagonist, kein Antagonist, kein Konflikt für eine Spielhandlung. Fünf Akteure stehen auf der Bühne, zücken ihre Instrumente und zeigen sich bereit ins unerforschte Offene zu gehen.
Indem das eingegangene künstlerische Risiko dieser experimentellen Theaterproduktion freigelegt wird, holen Regisseur Silvio Beck und das Ensemble ihr Publikum ab und begeben sich mit ihm auf Augenhöhe. Wir inszenieren hier keine Mystery-Doku und imitieren keinen apokalyptischen Blockbuster; wir erklären hier nicht die Welt, sondern sitzen fragend mit Euch im selben Boot, machen Theater auch übers Theatermachen. Brecht hätte vielleicht einen Vorhang hereingerollt, auf dem stehen könnte: Glotzt nicht so postfaktisch.
Es beginnt eine performative Reise, zunächst auf den Spuren der ersten sowjetischen Expedition zum Katastrophengebiet im Jahr 1927. Dann wird die hölzerne Expeditionshütte zum Schiff durch die Zeit, zum Klanginstrument, zur rotierenden Welt. Raumgreifend dynamisch und vielschichtig assoziativ geht es hinein ins Zentrum heutiger Debatten: Wo genau ist eigentlich der Punkt an dem berechtigte Hypothesen zu absurden Fiktionen mutieren, bei denen das Wort Narration nur noch von Narr abgeleitet scheint? Spürbar atmosphärisch verwandelt sich der Bühnenraum in eine Platonsche Höhle, an deren Wänden die undeutbaren Schatten flimmern. Müssen wir uns – in dieser Höhle gefangen und mit Schrödingers Katze auf dem Schoß am Ende mit dem Unbegreiflichen arrangieren? Und was hält es für uns bereit? Tarkowski oder Stanley Kubrick lassen schön grüßen.
Eine der Grundlagen für die neue Produktion des Theater AGGREGATE war der fiktive philosophische Disput „Tunguska oder Das Ende der Natur“ von Michael Hampe. Weiterhin flossen Expeditionsberichte und Erzählungen von Augenzeugen der sibirischen Ureinwohner vom Volk der Evenken ein. Der Bühnentext entstand in einer gemeinsamen Schreibwerkstatt mit dem Schweizer Theaterautor Andreas Sauter und wurde zusammen mit den Darstellern szenisch weiterentwickelt. Auch in ein Klanglabor hatte sich Regisseur Silvio Beck im Vorfeld begeben, um dort mit dem Künstler Wieland Krause geeignete Sounds für das Stück zu erzeugen. Diese fügten sich nahtlos mit dem minimalistischen Bühnenbild zu einem organischen Ganzen. Das Ergebnis ist kurzweilig-frisches Werkstatttheater auf der Höhe der Zeit, aber gänzlich ohne Agit-Prop. Ein Tipp also für all diejenigen, die dem Adventsbetrieb zumindest stundenweise entkommen möchten.
Produktive spartenübergreifende Partnerschaften zwischen einzelnen Künstlern und Ensembles gehören zu den großen Stärken der freien professionellen Theaterszene. Diese besitzt mit dem WUK Theater Quartier in Halle eine lebendige Spielstätte. Erstmals übergab das WUK nun für die Dauer einer kleinen Spielzeit auch gleich das Programm ganz in die Hände eines Gastensembles. Neben TUNGUSKA werden im Dezember unter der Verantwortung von Theater AGGREGATE auch ein zeitgenössischer Hanns Eisler – Liederabend für E-Gitarre und Gesang sowie eine Soundperformance der Künstlergruppe 4+2 STEREO aufgeführt.
Jörg Wunderlich
(erschienen in der MItteldeutschen Zeitung vom 29. 11. 2022 )
